Drama um die Lufthansa geht weiter, Aktie im Sinkflug

Deutschland steht vor einer neuen Streikrunde. Nachdem die Mobilität durch wiederholte Streikrunden bei der Deutschen Bahn schon stark eingeschränkt wurde, beginnt nun wieder das große Zittern von Flugpassagieren der Lufthansa, ob ihr Flieger auch abhebt oder aber am Boden bleibt und sich damit auch die Vorfreude auf den Urlaub in Luft auflöst. Daneben sind aber auch viele Geschäftsreisende betroffen, die wichtige Termine dadurch unter Umständen nicht wahrnehmen können.

 

© Lufthansa
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Bereits seit 2014 besteht der Konflikt zwischen den Piloten und dem Lufthansa-Konzern. Insgesamt wurde bisher zwölf Streikrunden absolviert und die Hoffnung auf eine endgültige Einigung hat sich nunmehr erneut zerschlagen. Das heißt, dass in nächster Zeit wieder mit erneuten Streiks der Piloten zu rechnen sein wird.

 

Großer Forderungskatalog

Insgesamt geht es nicht nur um das Gehalt der Piloten. Vor allem die Frage nach der Regelung der Übergangsversorgung und die Betriebsrenten sind Themen, bei denen die ca. 5.400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings ihre Forderungen mit Hilfe der Streiks durchsetzen wollen.

Die Hoffnung lag auf den Sondierungsgesprächen zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Hier wollte man mit dem Ziel einer Gesamtschlichtung hinsichtlich der offenen tariflichen Fragen vorankommen. Nun hat VC jedoch diese Vorgespräche für gescheitert erklärt.

Damit ist auch die zugesagte Aussetzung der Streiks bis Ende Juli hinfällig. Daher ist mit einer neuen Streikrunde zu rechnen, auch wenn noch kein Termin hierfür genannt wurde.

 

Lufthansa plant neue Plattform

Für großen Unmut sorgen die Pläne der Lufthansa, die Einführung der neuen Billigplattform Eurowings voranzutreiben. In diesem Zuge sollen Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Die Lufthansa beruft sich hier auf ihr Recht zu rein unternehmerischen Entscheidungen und wollte dieses Thema gesondert besprechen.

Seitens VC warf man dem Konzern dagegen vor, dass genau dieses Thema außen vor gelassen werden sollte, da man dadurch die elementaren Interessen des Cockpit-Personals verkennen würde.

 

Aktie auf Tauchkurs

Der Schaden für die Lufthansa ist enorm. Neben dem Vertrauensverlust der Kunden musste der Konzern durch die bisherigen Streiks bereits einen Schaden von mehr als 300 Mio. Euro verbuchen.

Und das Ende ist damit ja noch nicht erreicht. Viele Kunden suchen sich gleich einen anderen Fluganbieter, da sie sich ja nicht darauf verlassen können, dass der von ihnen gebuchte Flug dann auch stattfindet. Das bedeutet einen riesigen Image-Schaden für den Konzern. Dieses Drama zeigt sich auch mit Blick auf den Chart.

150707 Lufthansa

Seit Jahresbeginn geht es mit der Aktie der Lufthansa bergab. Und einen Lichtblick auf baldige Besserung gibt es hier vorerst nicht. Es ist eher damit zu rechnen, dass die Aktie ihren jetzigen Kurs gen Süden vorerst beibehält und damit wäre auch nicht ausgeschlossen, dass das alte Tief bei 10,69 Euro wieder erreicht wird.

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