Drei Wochen bis zum Kerosin-Engpass – was Europas Luftfahrt jetzt droht

Europa steht vor einer systemischen Treibstoffknappheit für Flugzeuge in drei Wochen, während steigende Energiepreise die Inflation anheizen und Investitionen abwandern. Die Lage spitzt sich zu.

Die Kernpunkte:
  • Drohende Kerosin-Knappheit für europäische Flughäfen
  • Inflationssprung durch explodierende Benzinpreise
  • Mercedes-Benz verlagert Milliarden-Investitionen in die USA
  • Kapitalmärkte reagieren mit Angst und Flucht in Gold

Liebe Leserinnen und Leser,

in der irischen Grafschaft Cork blockieren Traktoren die Ölraffinerie Whitegate. An mehr als einem Drittel der 1.500 Tankstellen der Insel gibt es keinen Tropfen Sprit mehr. Was als lokaler Protest begann, verdichtet sich an diesem Wochenende zu einem Bild, das weit über Irland hinausreicht: Die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Wochen sind an den Zapfsäulen, in den Frachtzentren und in den Geldbeuteln der Verbraucher angekommen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?

Gestern schrieb ich, wer nur auf Ölpreise und Waffenruhen schaue, verpasse möglicherweise die wichtigere Geschichte. Das stimmt weiterhin – aber an diesem Wochenende zeigt sich, dass die physische Welt zurückschlägt. In Islamabad haben heute historische Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran begonnen, angeführt von US-Vizepräsident JD Vance und dem iranischen Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf. Drei Supertanker passierten die Straße von Hormus. Doch die Lieferketten sind bereits gerissen, und die Kosten dieser Wochen lassen sich nicht per Handschlag wegtilgen.

Die Inflations-Quittung

Wer verstehen will, warum die Stimmung der US-Verbraucher laut der University of Michigan im April auf ein historisches Rekordtief von 47,6 Punkten abgestürzt ist, braucht nur auf die Preisschilder zu schauen. Die US-Inflationsdaten für März weisen einen Monatssprung von 0,9 Prozent aus. Die Jahresrate klettert auf 3,3 Prozent. Der Haupttreiber: Benzinpreise, die um über 21 Prozent nach oben schossen.

Die Hoffnung, eine fragile zweiwöchige Waffenruhe am Golf werde die Preise rasch normalisieren, dürfte sich als Illusion erweisen. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, stellte am Samstag klar: Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau beim Öl ist nicht in Sicht. Für Deutschland und Europa prognostiziert er im Sommer Inflationsraten von knapp 4 Prozent. Falls die Eskalation zurückkehrt, drohen 6 bis 8 Prozent – und eine leichte Rezession. Zahlen, die in Frankfurt bei der EZB für schlaflose Nächte sorgen dürften.

Anzeige

Für Ihr Portfolio stellt sich damit eine drängende Frage: Wie positioniert man sich als Anleger in einem Umfeld, das zwischen Waffenruhe und erneuter Eskalation pendelt? Das Live-Webinar „Vom Blackout zum Profit | So trotzen Sie dem globalen Energieschock mit bis zu +2.053 % Gewinn!“ geht genau dieser Frage nach. Morgen um 11:00 Uhr wird darin analysiert, welche Unternehmen aus dem Energiesektor vom aktuellen Schock profitieren könnten – und welche Strategien Anleger nutzen können, um die Krise am Energiemarkt in konkrete Depot-Chancen umzumünzen. Sie erfahren, welche Aktien auch bei anhaltend hohen Ölpreisen oder einer Rückkehr der Spannungen am Golf aussichtsreich bleiben und wie eine neue Generation von Energieunternehmen die strauchelnden Versorger-Riesen überholt. Jetzt kostenlos zum Webinar anmelden

Drei Wochen bis zur Kerosin-Krise

Wie ernst die physische Versorgungslage in Europa wirklich ist, zeigt sich nicht an der Zapfsäule, sondern am Flughafen. Der Branchenverband ACI Europe warnt vor einer „systemischen Treibstoffknappheit“ in exakt drei Wochen. Der Grund: Über 50 Prozent des europäischen Kerosins stammen aus der Golfregion.

Der vorerst letzte Kerosin-Tanker, die „Rong Lin Wan“, erreichte Rotterdam am Donnerstag. Wenn die Straße von Hormus nicht rasch und dauerhaft für den regulären Schiffsverkehr geöffnet wird, steht die europäische Luftfahrt vor dem Sommerflugplan vor einem massiven Versorgungsproblem. Donald Trump kündigte am Samstag an, die USA würden die Meerenge notfalls im Alleingang räumen. Ob das Versprechen oder Drohkulisse ist, wird sich in Islamabad entscheiden. Wer hierzulande fliegen will, muss sich ohnehin auf Chaos einstellen: Ab Montag 0:01 Uhr bestreiken die Piloten der Lufthansa-Gruppe für 48 Stunden den Flugbetrieb.

Mercedes investiert 7 Milliarden – in Amerika

In diesem Umfeld stimmen die Konzerne mit ihren Investitionsbudgets ab. Mercedes-Benz hat angekündigt, weitere 7 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren. Allein 4 Milliarden fließen bis 2030 in das Werk in Tuscaloosa, Alabama, für die SUV-Produktion.

Die Zahlen dahinter erzählen eine unbequeme Wahrheit: Die USA stehen mittlerweile für 24 Prozent des Mercedes-Umsatzes. Der Heimatmarkt Deutschland kommt auf 15 Prozent. Angesichts europäischer Energiepreise und regulatorischer Hürden ist diese Kapitalallokation eine rationale Entscheidung – und zugleich ein Alarmsignal für den Industriestandort Europa, das leiser nicht sein könnte.

Gold bei 4.787 Dollar, Angst bei 21 Punkten

Die Kapitalmärkte reagieren mit dem klassischen Reflex: Kapitalschutz geht vor Rendite. Gold legte in dieser Woche um weitere 1,65 Prozent zu und schloss am Freitag bei 4.787,40 US-Dollar pro Unze. Analysten sehen den nächsten großen Widerstand erst bei 5.000 Dollar.

Der DAX pendelt bei 22.921 Punkten – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Freitag vergangener Woche, als der Index noch an der 24.000er-Marke kratzte. Der Volatilitätsindex VDAX-New steht bei 27,70 Prozent, der „Fear & Greed Index“ signalisiert mit 21 Punkten extreme Angst. Dass in diesem Klima ein Wert wie Super Micro Computer nach der Vorstellung neuer KI-Server an einem Tag um 9 Prozent zulegen kann, bestätigt eine Beobachtung der vergangenen Wochen: Kapital wandert aus der physischen, krisenanfälligen Welt in die digitale Infrastruktur. Die US-Aufsicht CFTC hat derweil eine neue, fünfköpfige „Innovation Task Force“ eingerichtet, um die Regulierung von Krypto- und KI-Märkten voranzutreiben – ein Signal an institutionelle Investoren, dass diese Räume berechenbar werden sollen.

Was nächste Woche zählt

Ab Montag öffnen die US-Großbanken ihre Bücher. JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America werden zeigen, wie stark Zinsmargen und Kreditgeschäft unter den makroökonomischen Verwerfungen gelitten haben. Auf dem Prüfstand stehen auch Tech-Schwergewichte wie Netflix und ASML.

Die entscheidende Frage der kommenden Woche wird jedoch nicht in Quartalszahlen beantwortet, sondern in Islamabad: Gelingt es den Unterhändlern, aus einer fragilen Waffenruhe etwas Belastbares zu formen? Für Europas Flughäfen, Europas Industrie und Europas Verbraucher läuft die Uhr.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes und einen klaren Kopf für die kommende Handelswoche.

Herzlichst, Ihr Felix Baarz

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 11. April liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...