DroneShield Aktie: 23,2 Millionen vom europäischen Militär

Ein europäischer Militärkunde bestellt DroneShield-Systeme für 23,2 Millionen australische Dollar. Bilanz bleibt schuldenfrei, RfRecon offen.

Die Kernpunkte:
  • Europäischer Militärkunde bestellt Abwehrsysteme
  • Auftrag umfasst 23,2 Millionen Austral-Dollar
  • DroneShield bleibt ohne Schulden
  • RfRecon-Umsätze weiterhin nicht bestätigt

Während der Kurs von DroneShield seit dem Halbjahresbericht und der RfRecon-Präsentation vor sich hin bröckelt, ist eine Meldung aus der vergangenen Woche fast untergegangen: Ein europäischer Militärkunde hat fahrzeugmontierte Drohnenabwehrsysteme im Wert von 23,2 Millionen australischen Dollar bestellt. Für mich ist genau das der Punkt, an dem sich zeigt, ob dieses Unternehmen eine Wachstumsgeschichte oder nur eine Verlustgeschichte ist.

Ein Auftrag, der Substanz hat

Die Lieferungen sind für das laufende Jahr geplant, die Umsatzverbuchung verteilt sich über committed revenue und recurring revenue. Das klingt technisch, ist aber entscheidend: DroneShield verkauft hier nicht nur einmalige Hardware, sondern baut wiederkehrende Erträge auf.

Genau diese Mischung aus Auftragsbestand und laufenden Einnahmen ist es, die das Unternehmen bei seinen Halbjahreszahlen als Argument für die Zukunft angeführt hat. Committed Revenue von 240,4 Millionen australischen Dollar zum 21. August ist eine beeindruckende Zahl – aber sie bleibt ein Versprechen, kein Kontostand.

Ich sehe in diesem Einzelauftrag deshalb weniger eine Randnotiz als einen Beleg dafür, dass die europäische Nachfrage nach Drohnenabwehr real ist und nicht nur in Präsentationen existiert. Wer nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen skeptisch wurde, weil der Verlust mit 32,2 Millionen australischen Dollar deutlich höher ausfiel als im Vorjahr, sollte diesen Auftrag nicht ignorieren.

Institutionelles Geld bleibt trotz allem investiert

Bemerkenswert finde ich auch, dass sowohl JPMorgan Chase als auch Citigroup-Gesellschaften Anfang August ihre Anteile an DroneShield aufgestockt haben – Citigroup laut Marktberichten sogar über die Meldeschwelle von 5 Prozent. Das waren Entscheidungen vor der Publikation der Halbjahreszahlen, also nicht direkt durch das enttäuschende Ergebnis motiviert.

Dennoch spricht es dafür, dass Teile der institutionellen Anlegerschaft die operative Entwicklung anders bewerten als der aktuelle Kursverlauf es vermuten lässt.

Der Kurs notiert aktuell bei 1,09 Euro, nach einem Rückgang seit dem Jahreshoch vom 1. Oktober um 71 Prozent. Das 50-Tage-Mittel liegt bei 1,33 Euro, der aktuelle Kurs damit 18 Prozent darunter – ein Zeichen, dass die kurzfristige Dynamik weiterhin negativ ist. Wer allein auf Charttechnik schaut, sieht wenig Grund zum Optimismus.

Warum ich die Kombination aus Auftragslage und Bilanz für den eigentlichen Maßstab halte

Für mich zählt an dieser Stelle etwas anderes stärker als der Kursverlauf: die Bilanzsituation. DroneShield endete das erste Halbjahr mit 180 Millionen australischen Dollar an Kassenbestand und Termineinlagen – schuldenfrei. Das ist ein Polster, das dem Unternehmen erlaubt, die operativen Verluste der Wachstumsphase zu verkraften, ohne kurzfristig auf Kapitalmärkte angewiesen zu sein.

Die Bruttomarge ist zwar von 65 auf 60 Prozent gesunken, was zeigt, dass Skalierung nicht ohne Preisdruck oder Kostenverschiebung gelingt. Aber ein Unternehmen mit Kassenreserve, wachsendem Auftragsbestand und einem neuen Produkt in der Markteinführung befindet sich in einer anderen Lage als eines, das ums Überleben kämpft.

Das im August gestartete RfRecon-Programm soll laut Unternehmensangaben ab der zweiten Jahreshälfte erste Umsätze beitragen. Ob das gelingt, ist offen – erste Kundengespräche laufen, mehr ist derzeit nicht bestätigt.

Doch zusammen mit dem europäischen Militärauftrag zeigt sich ein Muster: DroneShield gewinnt weiterhin konkrete, dokumentierte Aufträge, während der Aktienkurs die allgemeine Verlustangst und die gesunkene Marge stärker gewichtet als die Auftragspipeline.

Mein Fazit

Die Kursschwäche der vergangenen Wochen ist nachvollziehbar, wenn man nur auf den Nettoverlust und die schrumpfende Marge blickt. Wer aber den europäischen Großauftrag, die schuldenfreie Bilanz und die anhaltenden Zukäufe institutioneller Adressen zusammen betrachtet, erkennt ein Unternehmen, dessen operative Substanz stärker ist als der Chartverlauf suggeriert.

Die Chancen, dass sich das Wachstum in den kommenden Quartalen stabilisiert, überwiegen für mich – vorausgesetzt, RfRecon liefert tatsächlich die versprochenen Umsätze in der zweiten Jahreshälfte.

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