DroneShield Aktie: 730-Millionen-Deal in der Warteschleife
Leerverkäufer erhöhen Positionen auf DroneShield, während das Auftragsvolumen auf 171 Millionen Dollar steigt. Ein Großauftrag über 730 Millionen Dollar steht noch aus.

- Shortquote steigt auf über 12 Prozent
- Auftragsbuch wächst auf 171 Mio. Dollar
- 730-Millionen-Deal noch in Verhandlung
- ASIC-Untersuchung belastet Aktie
Wachsende Wetten gegen die Aktie treffen auf ein Auftragsbuch, das schneller wächst als im Vorjahr. Bei DroneShield prallen zwei Erzählungen aufeinander, und der Kurs steckt mittendrin.
Am Mittwoch legte die Aktie des australischen Anti-Drohnen-Spezialisten um 4,15 Prozent auf 1,45 Euro zu. Vom Rekordhoch bei 3,65 Euro aus dem Oktober trennen das Papier aber immer noch gut 60 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 27 Prozent zu Buche, die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei hohen 68,6 Prozent.
Leerverkäufer bauen Position aus
Zum Handelsstart am Dienstag waren nach Daten vom 14. Juli bereits 12,19 Prozent aller DroneShield-Aktien leerverkauft. Diese Quote ist im Juli kontinuierlich gestiegen, von unter 12 Prozent zu Monatsbeginn auf das aktuelle Niveau. In absoluten Zahlen haben Bären mittlerweile Positionen im dreistelligen Millionenbereich aufgebaut, gemessen in australischen Dollar.
Das ist bemerkenswert, denn das Unternehmen selbst meldet weiter steigende Auftragswerte.
Auftragsbuch wächst auf 171 Millionen Dollar
Ein neuer Vertrag mit der US Joint Interagency Task Force 401 über 24,9 Millionen australische Dollar bringt DroneShield mindestens 10 Millionen Dollar an Umsatz für das laufende Jahr. Damit steigt das gemeldete Auftragsvolumen für 2026 auf mindestens 171 Millionen Dollar. Das entspricht bereits 79 Prozent des gesamten Jahresumsatzes von 2025 — und das Jahr ist noch lange nicht vorbei.
CEO Angus Bean verweist auf ungebrochene Nachfrage von Militär- und Regierungskunden nach schnell einsatzbereiten Systemen. US-Präsident Ray Fitzgerald der Gesellschaft spricht von Kunden, die „einsatzrelevante Anti-Drohnen-Fähigkeiten im großen Maßstab“ suchen.
Ein 730-Millionen-Dollar-Deal in der Warteschleife
Der größte Kurstreiber liegt noch in der Zukunft. DroneShield verweist auf 13 mögliche Großaufträge über jeweils mehr als 20 Millionen australische Dollar, darunter ein Einzeldeal mit einem Volumen von bis zu 730 Millionen Dollar. Ein Update dazu soll im zweiten Halbjahr kommen. Bislang handelt es sich aber um Verhandlungen, nicht um unterschriebene Verträge.
Landet DroneShield auch nur einen Teil dieses Großauftrags, dürfte das die Bewertung der Aktie spürbar entlasten. Bleibt die Bestätigung aus, liefert das den Shortsellern weiteres Argumentationsmaterial.
Die Qualität der Umsätze bleibt dabei ein Streitpunkt. 2025 stammten 91 Prozent der Erlöse aus Hardware-Verkäufen, nur 5 Prozent aus Abonnements und 4 Prozent aus Wartung und Service. Bis Mai lag der Anteil wiederkehrender Umsätze am Auftragsvolumen für 2026 bei 13 Prozent. Die Mischung verbessert sich zwar, das Geschäft hängt aber weiterhin stark davon ab, wann und wie groß einzelne Ausrüstungsdeals ausfallen.
ASIC-Untersuchung bleibt ungeklärt
Über der Aktie schwebt zudem eine regulatorische Unsicherheit. Die australische Finanzaufsicht ASIC prüft DroneShields Mitteilungen und Offenlegungen gegenüber der Börse ASX im Zeitraum vom 1. bis 20. November 2025. Parallel untersucht die Behörde den Aktienhandel vom 6. bis 12. November. DroneShield hat Kooperation zugesagt, kennt aber selbst das Ergebnis der Prüfung nicht.
Die Untersuchung folgt auf frühere Governance-Probleme rund um Aktienverkäufe von Führungskräften und eine fehlerhafte Meldung zu einem US-Auftrag. Beide Vorfälle gelten als Mitauslöser für den heftigen Kurseinbruch im Vorjahr.
Konkurrenz mischt mit
DroneShield agiert nicht im luftleeren Raum. Der Rivale Electro Optic Systems sicherte sich am 8. Juli einen Auftrag der australischen Regierung über 5,7 Millionen australische Dollar für sein System R400 Slinger. Beide Firmen setzen auf unterschiedliche Technologien: DroneShield arbeitet mit Funksensorik, elektronischer Kriegsführung und Kommandosoftware, während Slinger auf ein Maschinengewehr und laser-gelenkte Raketen setzt.
Electro Optic Systems schloss am Montag mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,78 Milliarden australischen Dollar. DroneShield bleibt mit umgerechnet 1,28 Milliarden Euro Marktkapitalisierung das größere Unternehmen der beiden.
Der Kurs notiert derzeit knapp 16 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,73 Euro und rund 26 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 1,96 Euro. Sollte im zweiten Halbjahr ein weiterer bestätigter Großauftrag eintreffen, könnten Leerverkäufer zum Eindecken gezwungen sein — ein Szenario, das den Kurs schnell nach oben treiben würde. Bleibt die Bestätigung des 730-Millionen-Deals dagegen aus, dürfte die Kombination aus Hardware-lastigem Geschäft, hoher Bewertung und offener ASIC-Untersuchung den Shortsellern weiter Rückenwind geben.
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