DroneShield Aktie: AeroVironment erhält 500-Millionen-Pentagon-Deal

Auftrag an AeroVironment erhöht Druck auf DroneShield. Das Unternehmen muss seine Milliarden-Pipeline nun in konkrete Verträge umwandeln.

Die Kernpunkte:
  • US-Konkurrent erhält 500-Millionen-Dollar-Auftrag
  • DroneShield mit 2,3 Milliarden schwerer Pipeline
  • ASIC-Untersuchung belastet weiter die Aktie
  • Neuer Aufsichtsrat soll Verträge sichern

DroneShield-Aktien schlossen am Freitag bei 1,49 Euro, ein Plus von 1,29 Prozent. Auf Wochensicht steht sogar ein Sprung von 16,41 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn liegt der australische Anti-Drohnen-Spezialist dennoch 24,82 Prozent im Minus. Ein Grund für die neue Nervosität: Ein großer US-Konkurrent hat gerade einen Auftrag an Land gezogen, der die Frage aufwirft, wie schnell DroneShield seine eigene milliardenschwere Auftragspipeline in echte Verträge verwandeln kann.

AeroVironment setzt neuen Maßstab

Am 1. Juli erteilte die US Army dem Konkurrenten AeroVironment einen Festpreisauftrag über 500 Millionen Dollar. Das US Army Contracting Command im Detroit Arsenal in Michigan vergab den Deal für kommerzielle Drohnenabwehrsysteme. Die Laufzeit reicht bis Juni 2029, einzelne Aufträge sollen den genauen Umfang und die Standorte später festlegen.

Der Vertrag deckt sowohl größere unbemannte Luftfahrzeuge als auch handelsübliche Quadrocopter und Flächendrohnen ab. Anleger reagierten prompt: Die AeroVironment-Aktie legte nach der Ankündigung um 10,7 Prozent zu, nachdem bereits starke Quartalszahlen wenige Tage zuvor für Auftrieb gesorgt hatten. Der Deal zeigt, wie hart umkämpft der Markt für Drohnenabwehr mittlerweile ist – genau in dem Moment, in dem DroneShield beweisen muss, dass die eigene Pipeline ähnlich große Abschlüsse liefern kann.

Volle Auftragsbücher, aber noch keine Blockbuster-Deals

DroneShield startete mit einem prall gefüllten Orderbuch ins Jahr. Das Unternehmen bezifferte sein potenzielles Auftragsvolumen für 2026 auf 2,3 Milliarden australische Dollar, verteilt auf Verteidigungs- und Infrastrukturkunden. Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg um 121 Prozent auf 74 Millionen australische Dollar.

Trotz dieser operativen Dynamik bleibt die Analystenstimmung gespalten. Simply Wall St senkte sein Kursziel von 4,40 auf 3,73 australische Dollar. Begründet wird der Schritt mit vorsichtigeren Annahmen zu Umsatzwachstum, Gewinnmarge und fairem Wert. Die Analysten verweisen zudem auf ein Risiko, das Anleger gegen die langfristigen Vertragserlöse abwägen müssen: die laufende Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC.

Dieser regulatorische Schatten lastet weiter auf der Aktie. ASIC prüft laut Berichten einen möglichen Fall von doppelt verbuchten Umsätzen – ein Verdacht, der seit Mai über dem Papier hängt und bislang nicht ausgeräumt ist. Operativ läuft das Geschäft trotzdem rund: DroneShield sitzt auf 223 Millionen australische Dollar Cash, ist schuldenfrei und erwirtschaftet seit vier Quartalen in Folge einen positiven operativen Cashflow.

Neuer Aufsichtsrat soll Verträge sichern

Um die eigene Position im Verteidigungssektor zu stärken, hat DroneShield sein Führungsgremium erweitert. Der pensionierte Konteradmiral Lee Goddard sitzt seit 1. Juli als unabhängiges Vorstandsmitglied im Aufsichtsrat. Simply Wall St ordnet diesen Schritt zusammen mit dem Ausbau der Fertigung in Europa und dem neuen US-Verteidigungsauftrag als gezielten Versuch ein, die Bindung zu EU- und NATO-Programmen zu vertiefen.

Der Markt für Drohnenabwehr insgesamt bleibt ein starkes strukturelles Wachstumsfeld. Laut einer aktuellen Studie von Grand View Research soll das globale Marktvolumen bis 2033 auf rund 19,8 Milliarden Dollar wachsen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 25,2 Prozent ab 2026. Canaccord Genuity und Bell Potter haben ihre Coverage mit optimistischen Kurszielen aufgenommen. Bell Potter nennt ein Kursziel von 4,80 australische Dollar und sieht daraus 25,3 Prozent Aufwärtspotenzial, trotz eines Bewertungsmultiples von 43x EV/EBITDA für das Kalenderjahr 2026 – ein Abschlag gegenüber globalen Wettbewerbern.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Der aktuelle Kurs von 1,49 Euro liegt 19,74 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,86 Euro und 26,78 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,03 Euro. Der 14-Tage-RSI von 39,8 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 70,74 Prozent deutet auf anhaltend starke Kursschwankungen hin.

Vom Jahreshoch bei 3,65 Euro, erreicht im Oktober, trennen die Aktie noch immer 59,12 Prozent. Zum Jahrestief von 0,82 Euro aus dem November liegt dagegen ein Abstand von 81,04 Prozent. Ob DroneShield seine große Pipeline in einen ähnlich prominenten Vertrag umwandeln kann, wie ihn AeroVironment gerade vom Pentagon erhalten hat, dürfte in den kommenden Wochen darüber entscheiden, ob die Aktie aus ihrer aktuellen Handelsspanne ausbricht.

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