DroneShield Aktie: Bell Potter hält Buy trotz 2,50-AUD-Ziel

Trotz enttäuschender Umsatzprognose für 2026 und Kursrutsch bestätigen australische Broker ihr Kaufvotum. Das Auftragsbuch wächst derweil weiter.

Die Kernpunkte:
  • Analysten bleiben bei Kaufempfehlung
  • Umsatzprognose deutlich unter Markterwartungen
  • Auftragseingang von 23,2 Mio. Dollar
  • Neue Radar-Software-Generation angekündigt

DroneShield hat ein Umsatzloch produziert – und die Anleger haben es abgestraft. Trotzdem halten führende australische Broker an ihrer Kaufempfehlung fest. Diese Diskrepanz zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung wirft die Frage auf, wer hier richtig liegt.

Die Guidance-Lücke als Auslöser

Das Unternehmen für Anti-Drohnen-Technologie hatte den Markt zuletzt mit seiner Umsatzprognose für 2026 enttäuscht. Statt der von Analysten erwarteten rund 323 bis 328 Millionen Dollar nennt das Management nun eine Spanne von 250 bis 270 Millionen Dollar. Am Mittelwert klafft damit eine Lücke von 21 Prozent zwischen Erwartung und Prognose.

Die Halbjahreszahlen selbst sehen dabei gar nicht schlecht aus. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 stieg um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 125,8 Millionen Dollar. Das Problem liegt also nicht in der Gegenwart, sondern in den Erwartungen an die zweite Jahreshälfte.

Bell Potter hat auf diese Nachricht reagiert, aber nicht mit einem Rückzug. Die Analysten senkten ihr Kursziel auf 2,50 australische Dollar, bestätigten aber die Kaufempfehlung. Ihr Argument: Der Kurseinbruch könnte übertrieben sein, gemessen an der fundamentalen Wachstumsstory.

Der Markt zeigt Extremwerte

Die Verkaufswelle hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,05 Euro, ein Minus von 3,62 Prozent an diesem Tag allein. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf fast 30 Prozent.

Der 14-Tage-RSI ist auf 23,6 gefallen und damit tief im überverkauften Bereich. Werte unter 30 gelten als Signal für eine mögliche Gegenbewegung. Genau darauf setzen die Analysten von Bell Potter offenbar, wenn sie trotz gesenktem Kursziel an ihrem „Buy“-Rating festhalten.

Neue Aufträge, neue Technologie

Während der Kurs fällt, füllt sich das Auftragsbuch weiter. DroneShield meldete kürzlich einen Auftrag über 23,2 Millionen Dollar von einem europäischen Militärkunden, vermittelt über den Reseller COBBS BELUX BV. Das Paket umfasst fahrzeugmontierte Störtechnik und langfristige Software-Abonnements.

Technologisch legt das Unternehmen mit RfAI-3 nach – der dritten Generation seiner Radiofrequenz-Erkennungssoftware. Das System soll bislang unbekannte Drohnenbedrohungen identifizieren und ab der zweiten Jahreshälfte 2026 in neue Hardware einfließen. Nach Angaben des Managements lag der bereits gesicherte Umsatz für 2026 Ende Juli bei 206 Millionen Dollar – nahe am gesamten Rekordumsatz des Jahres 2025.

CEO Bean vor erster großer Bewährungsprobe

Angus Bean übernahm im April 2026 die Führung bei DroneShield. Am 26. August wird er mit den vollständigen Halbjahreszahlen seine bislang wichtigste Kommunikationsaufgabe angehen. Einen Tag später, am 27. August, folgt ein Investorencall.

Dort dürfte es vor allem um die Erholung der Margen gehen und um den Zeitplan für die neue Hardware-Generation. Institutionelle Investoren, die von der gesenkten Guidance überrascht wurden, erwarten belastbare Antworten. Ob die Zahlen die aktuelle Skepsis auflösen oder bestätigen, wird sich an diesem Termin entscheiden.

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