DroneShield Aktie: RfRecon-Auftrag aus Westeuropa

DroneShield erhöht den gesicherten Umsatz für 2026 auf 251 Millionen australische Dollar, meldet einen RfRecon-Auftrag und bleibt defizitär.

Die Kernpunkte:
  • Gesicherter Umsatz steigt auf 251 Millionen
  • RfRecon-Auftrag für Westeuropa gemeldet
  • Neue Finanzchefin startet im November
  • Halbjahreswachstum trotz hoher Verluste

DroneShield hat am Donnerstag gleich mehrere Unternehmensmeldungen gebündelt veröffentlicht. Neben der bereits bekannten Berufung von Rebecca Lowde zur neuen Finanzchefin ab 2. November gab das Unternehmen den Abgang von Carla Balanco bekannt, die nach mehr als acht Jahren ihren Posten als Company Secretary aufgibt.

Zusammen mit den personellen Veränderungen bestätigte DroneShield eine Anhebung des für das Geschäftsjahr 2026 gesicherten Umsatzes auf 251 Millionen australische Dollar – innerhalb der bestehenden Prognosespanne von 250 bis 270 Millionen australische Dollar.

Umsatzbasis wächst weiter

Die Erhöhung des gesicherten Umsatzes von zuvor 240 Millionen auf nun 251 Millionen australische Dollar zeigt, dass DroneShield seine Auftragsbücher auch nach den Halbjahreszahlen weiter füllen konnte. Für die Zeit nach dem laufenden Geschäftsjahr, also für 2027 und darüber hinaus, weist das Unternehmen bereits gesicherte Umsätze von 46 Millionen australische Dollar aus.

Ergänzend meldete DroneShield den ersten Auftrag für sein neu eingeführtes, KI-gestütztes Gerät RfRecon. Abnehmer ist ein bestehender militärischer Endkunde in Westeuropa, die Auslieferung ist bis Ende 2026 geplant.

Diese Nachrichten fallen in eine Phase, in der die Aktie unter erheblichem Abgabedruck steht. Der Kurs notiert aktuell bei 1,05 Euro und hat damit einen erheblichen Teil seines Werts gegenüber dem Jahreshoch von 3,79 Euro Anfang Oktober eingebüßt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 42 Prozent zu Buche – ein Rückgang, der die operativen Fortschritte des Unternehmens bislang nicht widerspiegelt.

Verluste trotz Wachstum

Die Diskrepanz zwischen operativer Dynamik und Kursentwicklung lässt sich auch mit Blick auf die zugrundeliegenden Halbjahreszahlen erklären. DroneShield hatte im August einen Umsatzsprung von 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar gemeldet, während die wiederkehrenden Umsätze sogar um 229 Prozent auf 11,5 Millionen australische Dollar zulegten.

Dem stand allerdings ein bereinigter EBITDA-Verlust von 12,4 Millionen australische Dollar sowie ein Nettoverlust nach Steuern von 32,2 Millionen australische Dollar gegenüber. Das Unternehmen bekräftigte damals seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr, die es nun mit der jüngsten Mitteilung untermauert hat.

Die hohe Volatilität der Aktie und die stark negative Kursentwicklung der vergangenen Wochen dürften auch mit einer intensiven Shortseller-Aktivität zusammenhängen: DroneShield zählte zuletzt zu den am stärksten leerverkauften Titeln am australischen Aktienmarkt, wie Marktbeobachtungen zeigten. Ein solches Umfeld verstärkt typischerweise Kursschwankungen in beide Richtungen, sobald sich die fundamentale Nachrichtenlage ändert.

Sektor-Rückenwind aus Europa

Für den Bereich Drohnenabwehr insgesamt liefert die politische Entwicklung in Deutschland zusätzlichen Kontext. Reuters berichtete, dass die Bundesregierung ein umfassendes Paket gegen Sabotageakte plant, um die Verteidigung gegen Drohnenangriffe und Cyberangriffe zu stärken – ausgelöst durch einen gescheiterten Drohnenangriff auf einen Flughafen im vergangenen Monat.

Für DroneShield als Anbieter entsprechender Abwehrtechnologie ist eine solche politische Priorisierung grundsätzlich ein günstiges Marktumfeld, auch wenn die Meldung keinen direkten Bezug zu einem konkreten Auftrag des Unternehmens herstellt.

Der RfRecon-Auftrag und die bestätigte Umsatzprognose liefern damit Argumente für die operative Substanz des Unternehmens. Ob sie ausreichen, um das seit Monaten angeschlagene Anlegervertrauen zurückzugewinnen, bleibt angesichts der anhaltenden Verluste und der hohen Shortquote eine offene Frage für die kommenden Wochen.

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