DroneShield Aktie: Trump verhängt 100 Prozent Drohnenzölle

DroneShield erweitert sein Abwehrsortiment um die tragbare RF-Plattform RfRecon. Erste Erlöse werden allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Neue tragbare RF-Intelligence-Plattform
  • Erlöse erst ab zweitem Halbjahr
  • US-Zölle treiben Konkurrenzaktien
  • DroneShield-Aktie bleibt unter Druck

DroneShield hat mit RfRecon ein neues Produkt lanciert, das die Positionierung des Konzerns im Bereich der Drohnenabwehr schärft. Die tragbare RF-Intelligence-Plattform basiert auf der hauseigenen RfAI-3-Engine und deckt einen Frequenzbereich von 100 bis 7125 Megahertz ab. Ein Investoren-Briefing dazu fand bereits am 10. August statt, konkrete Aufträge und Umsatzbeiträge erwartet das Unternehmen erst in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Der Zeitpunkt der Produkteinführung ist kein Zufall: Die gesamte Drohnenbranche steht seit Donnerstag im Rampenlicht. US-Präsident Trump unterzeichnete eine Proklamation, die Importzölle von bis zu 100 Prozent auf ausländische Drohnen verhängt.

Große, sensible Modelle über 25 Kilogramm oder mit Wärmebildtechnik trifft der Höchstsatz von 100 Prozent, kleinere Drohnen werden mit 25 Prozent belegt. Für die EU, Japan, Südkorea, die Schweiz und Taiwan gilt ein Satz von 15 Prozent, Großbritannien kommt mit 10 Prozent vergleichsweise günstig weg.

Die Maßnahme tritt in 21 Tagen in Kraft, für nicht-sensible Komponenten gilt eine Übergangsfrist von 180 Tagen. Ziel der Regierung ist es, die Marktdominanz des chinesischen Herstellers DJI zu brechen, der nach Medienberichten rund 70 Prozent des US-Kommerzmarktes kontrolliert.

US-Konkurrenten legen kräftig zu, DroneShield bleibt zurück

An der Börse reagierten US-Drohnenwerte am Donnerstag und Freitag deutlich positiver als DroneShield selbst. Unusual Machines sprang zeitweise um mehr als 25 Prozent, im vorbörslichen Handel am Freitag noch um über 14 Prozent. Red Cat legte rund 8 Prozent zu, Ondas gewann 3 Prozent, AgEagle rund 5 Prozent.

Hintergrund ist auch ein milliardenschweres Rüstungsprogramm der US-Regierung: Ein Programm zur „Drohnen-Dominanz“ mit einem Volumen von einer Milliarde Dollar sowie ein Verteidigungshaushalt für 2027, der 75 Milliarden Dollar für Drohnentechnik vorsieht, untermauern die Wachstumshoffnungen der Branche.

DroneShield selbst, als australischer Anbieter von Anti-Drohnen-Technologie kein direkter Nutznießer US-amerikanischer Importzölle, blieb von der Rally unberührt. Die Aktie notiert aktuell bei 1,21 Euro und büßte allein am heutigen Freitag 2,1 Prozent ein.

Der Titel liegt damit rund 15 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,43 Euro – ein Zeichen, dass der kurzfristige Trend weiterhin nach unten zeigt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 33 Prozent an Wert verloren, vom 52-Wochen-Hoch bei 3,79 Euro trennen sie inzwischen 68 Prozent.

Auftragsbestand als Gegengewicht zur Kursschwäche

Trotz der schwachen Kursentwicklung verweist DroneShield auf einen bereits gesicherten Umsatz von 206 Millionen australischen Dollar für das Geschäftsjahr 2026, das Unternehmensziel liegt zwischen 250 und 270 Millionen. Diese Zahl bildet den Rahmen, an dem sich Anleger bei der Bewertung künftiger RfRecon-Aufträge orientieren dürften.

Ob das neue Produkt tatsächlich zusätzliche Bestellungen in der zweiten Jahreshälfte generiert, bleibt die entscheidende Frage für die weitere Kursentwicklung – zumal die grundsätzliche Nachfrage nach Drohnen- und Gegendrohnentechnik angesichts der geopolitischen Großwetterlage kaum infrage steht.

Der Kontrast zwischen der politisch getriebenen Rally bei US-Drohnenherstellern und der anhaltenden Schwäche von DroneShield verdeutlicht, dass Anleger derzeit stärker auf die Unternehmens- als auf die Branchenstory schauen. Ohne neue Auftragsmeldungen dürfte sich daran kurzfristig wenig ändern.

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