DroneShield: Meistgeshortete Aktie trotz 74% Wachstum
DroneShield steigert den Halbjahresumsatz deutlich, schreibt jedoch Verlust. Hohe Leerverkaufspositionen treffen auf volle Auftragsbücher und liquide Mittel.

- Höchstes Short-Interesse an Australiens Börse
- Halbjahresumsatz steigt um 74 Prozent
- Auftragsbestand deckt Großteil der Prognose
- Verlust trotz schuldenfreier Bilanz
DroneShield ist einem Bericht von MarketScreener zufolge zur meistgeshorteten Aktie an der australischen Börse aufgestiegen. Daten der Aufsichtsbehörde ASIC belegen ein außergewöhnlich hohes Short-Interest an dem Rüstungstechnologie-Titel – ein Signal, dass ein erheblicher Teil der Marktteilnehmer weiter fallende Kurse erwartet, während das Unternehmen operativ Rekordzahlen vorlegt.
Der Widerspruch ist auffällig. Erst am Mittwoch vergangener Woche hatte DroneShield seine Halbjahreszahlen veröffentlicht: Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr 2026 um 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar, das wiederkehrende Geschäft legte sogar um 229 Prozent auf 11,5 Millionen australische Dollar zu.
Die Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen australische Dollar Umsatz bekräftigte das Unternehmen, gestützt auf bereits fest zugesagte Aufträge von 240 Millionen australische Dollar zum Stichtag 21. August – das entspricht 89 bis 96 Prozent der Zielspanne.
Verlust trotz Wachstum
Dass ein derart hoher Auftragsbestand nicht automatisch zu Gewinnen führt, zeigt die Ertragsseite. Aus einem Vorjahresgewinn von 2,1 Millionen australische Dollar wurde ein Halbjahresverlust von 32,2 Millionen australische Dollar.
Auch das um Sondereffekte bereinigte EBITDA drehte von einem Plus von 8,0 Millionen auf ein Minus von 12,4 Millionen australische Dollar. Für Short-Seller liefert genau diese Kombination aus hohem Wachstumstempo und tiefroten Zahlen Angriffsfläche – wachsende Umsätze allein rechtfertigen aus ihrer Sicht offenbar nicht die Bewertung des Unternehmens.
Bilanziell steht DroneShield dennoch solide da. Zum Ende des Halbjahres verfügte das Unternehmen über 180 Millionen australische Dollar an liquiden Mitteln und Termineinlagen, bei einer schuldenfreien Bilanz. Diese Kapitalausstattung dürfte Skeptikern zufolge auch nötig sein, um die verlustreiche Wachstumsphase zu überstehen, während Optimisten darin einen Puffer sehen, der dem Unternehmen Zeit für die Skalierung neuer Produkte verschafft.
Blick auf RfRecon und die Kursreaktion
Operativ setzt DroneShield auf sein neues RfRecon-Aufklärungssystem, das laut Unternehmensangaben ab der zweiten Jahreshälfte 2026 erste Umsätze beisteuern soll. Weitere Ankündigungen zu sogenannten Defeat-Plattformen zur Drohnenabwehr sind für die zweite Jahreshälfte 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein angekündigt.
Am Kapitalmarkt hat sich die Skepsis der Short-Seller bislang nicht in einem Ausverkauf entladen. Der Kurs schloss am Freitag bei 1,07 Euro, ein Plus von 2,6 Prozent auf Tagesbasis – ein Hinweis darauf, dass die Halbjahreszahlen und die hohe Short-Quote den Handel zumindest kurzfristig nicht in Richtung neuer Tiefs gedrückt haben.
Der Titel bleibt damit aber weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,79 Euro, das Anfang Oktober markiert wurde – ein Abstand von 72 Prozent, der die massive Neubewertung seit dem Höhenflug im vergangenen Herbst verdeutlicht.
Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob DroneShield die Lücke zwischen Umsatzwachstum und Profitabilität schließen kann, bevor die hohe Short-Position zum Belastungsfaktor wird – oder ob genau diese Wette der Leerverkäufer bei anhaltend starkem Auftragseingang zum Bumerang wird.
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