Dürr im Sog der Analysten, Aktie übernimmt die rote Laterne

Bis vor einigen Tagen hielten sich die Papiere des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr noch auf einem recht ordentlichen Niveau. Heute folgte nun der regelrechte Absturz. Mit einem derzeitigen Kursverlust von knapp 8% Prozent hat der Maschinenbauer damit die rote Laterne unter den MDAX-Werten übernommen.

 

© Dürr AG
© Dürr AG

Die Ursache lässt sich recht einfach erklären. Analysten der Deutschen Bank rieten zu einem Verkauf der Papiere. Die Experten verwiesen dabei auf eine aktuelle Branchenstudie der Automobilindustrie und der anhaltenden Schwäche im Hinblick auf den chinesischen Markt. Dabei führte die Deutsche Bank an, dass Dürr im Rahmen der von den Experten unter Beobachtung stehenden Autozulieferer am stärksten vom chinesischen Markt abhängig sei.

 

Dürr auf dem Weg zur Unabhängigkeit

Wir stellen diese Studie selbstverständlich nicht in Zweifel, sehen aber bei Dürr durchaus auch andere positive Ansätze. Seit längerem ist es das vom Unternehmen selbst erklärte Ziel, sich gerade von dieser Abhängigkeit im Hinblick auf die Automobilbranche zu lösen.

Im Zuge dessen wurde auch der Holzmaschinenbauer HOMAG übernommen. Anfang dieses Monats startete dort ein Restrukturierungsprogramm, was zwar kurzfristig zu Belastungen für Dürr führen könnte, langfristig gesehen aber durchaus Potenzial birgt.

Die letzte Akquisition soll das auch noch nicht gewesen sein. Dürr hält weiterhin Ausschau nach geeigneten Kandidaten und hat da auch ganz genaue Vorstellungen.

 

Vorstand sieht durchaus Potenzial

Der Vorstand von Dürr hatte erst vor gut einer Woche erklärt, dass einem die schwächelnde Wirtschaft in China bisher keine Sorgen bereitet. Finanzchef Ralph Heuwing erklärte in einem Medienbericht, dass man für dieses Jahr weiterhin mit einem starken Geschäft in China rechnet.

Es sei zwar richtig, so Heuwing, dass das prozentruale Wachstum etwas geringer sei. Jedoch sei die absolute Zahl der von Jahr zu Jahr zusätzlich zugelassenen Fahrzeuge weiterhin viel größer als noch vor fünf Jahren. Zudem wies Dürr darauf hin, dass man mit gut 50% Weltmarktanteil in Deutschland, Europa und Amerika durchaus gut aufgestellt sei.

 

Aktie fällt weiter

Der Aktie hilft das alles im Moment leider nicht. Zu viele Anleger trennten sich anscheinend nach der Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank von ihren Anteilen und ließen die Papiere regelrecht senkrecht fallen.

150727 Dürr

Damit liegt die Aktie knapp oberhalb des kürzlichen Tiefs bei 78,66 Euro. Wir hätten Dürr hier mehr ruhigere Hände im Markt gewünscht. Als eines der traditionsreichsten Unternehmen Deutschlands hat man sich bisher trotz aller Krisen recht gut gehalten, auch nach dem durchwachsenen Start in das neue Geschäftsjahr.

Die verfolgte Strategie der Konzernführung ist in jedem Fall zu begrüßen und wir gehen davon aus, dass sich diese nach ersten Kostenbelastungen bezahlt machen wird.

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