Dürr zeigt sich durch Übernahme belastet

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr verdankt den größten Teil seines Umsatzes der Automobilindustrie. Darauf sollte man sich jedoch nicht ausruhen und so gehören auch Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche zu den Kunden von Dürr.

 

© Dürr
© Dürr

Seit Ende letzten Jahres zählt auch die holzbearbeitende Industrie zum Kundenkreis. Möglich wurde dies durch die Übernahme der HOMAG Group. Das ist generell auch positiv zu sehen, klar ist aber auch, dass dadurch Kosten entstehen, die zuerst einmal belasten.

 

Dürr mit verhaltenem Start

Diese Belastung zeigte sich in den Zahlen, welche Dürr für das 1. Quartal präsentierte. Der Umsatz wurde danach um 58% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 849 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis dagegen stieg nur um 7% gegenüber dem Quartal des Vorjahres auf 47 Mio. Euro.

Nach Steuern brachte es Dürr nur auf ein Ergebnis von 17 Mio. Euro, ein Rückgang um 42%. Hohe Steuerzahlungen aufgrund der Übernahme schlugen hier zu Buche. Dürr geht davon aus, dass die Steuerquote von zuletzt 53% ab dem 2. Quartal auf ca. 30% sinken werde.

Die Sondereffekte aus der Akquisition bezifferte Dürr mit 11,5 Mio. Euro. Dürr startete bei HOMAG umgehend ein Programm zur Steigerung der Effizienz. Das Service-Geschäft soll ausgebaut werden und die IT-Systeme und Geschäftsprozesse werden überholt. Dafür sind in diesem Jahr 10 Mio. Euro eingeplant.

Gut voran ging es beim Auftragsbestand. Dank der HOMAG-Übernahme erreichte Dürr hier eine neue Rekordmarke von 2,9 Mrd. Euro. Das ist ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr. HOMAG erzielte bei den Auftragseingängen einen neuen Bestwert mit 287 Mio. Euro und konnte das EBIT mit 12 Mio. Euro verdoppeln.

 

Aktie von Dürr steckt fest

Mühsam und in kleinen Schritten konnte sich die Aktie von Dürr ab Oktober letzten Jahres aus dem Tal der Tränen wieder nach oben kämpfen. Die Performance war durchaus beeindruckend.

Da ging es von etwas mehr als 49 Euro bis auf fast 110 Euro rauf, mehr als eine Verdoppelung des Wertes. Der Traum nahm im April jedoch ein jähes Ende. Ab da gerieten die Papiere mehr und mehr unter Druck.

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Der Tiefpunkt wurde jedoch Anfang Mai erreicht. In der Folge setzte eine leichte Erholung ein, sodass sich die Aktie von Dürr zwischen 91 bis 93 Euro einpendelte. Viele waren anscheinend etwas enttäuscht von dem Zahlenwerk, aber:

Dürr zählt zu den traditionsreichsten Unternehmen in unserem Land und klar ist auch. Neuzugänge werfen in der Regel nicht sofort lukrative Gewinne ab, sondern kosten erst einmal Geld. Die Aussichten für das 2. Halbjahr sehen wir für Dürr auf der positiven Seite. Zu beachten ist jedoch auch, dass die Wachstumsaussichten in die Aktie bereits eingepreist sind. Für uns ist Dürr eine Halten-Empfehlung.

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