Duke Energy Aktie: Regulierer lehnt Gaskraftwerk ab

North Carolinas Regulierer lehnt Duke-Energy-Projekt ab; unsichere Rechenzentrumsnachfrage belastet Ausbaupläne und sorgt für neue Tarifdebatten.

Die Kernpunkte:
  • Regulierer verweigert geplantes 255-Megawatt-Kraftwerk
  • Projektkosten von rund 584 Millionen Dollar
  • Rechenzentrumsnachfrage bleibt schwer kalkulierbar
  • JPMorgan bestätigt neutrale Aktienbewertung

Die Regulierungsbehörde North Carolina Utilities Commission hat den Antrag von Duke Energy für den Bau eines neuen Gaskraftwerks in Richmond County abgelehnt. Das Projekt für eine Verbrennungsturbine am Smith Energy Complex mit einer geplanten Leistung von 255 Megawatt und geschätzten Kosten von rund 584 Millionen US-Dollar stieß bei einer republikanischen Mehrheit der Prüfer auf Widerstand.

Die Behörde begründete den Schritt damit, dass die künftige Nachfrageentwicklung durch Rechenzentren noch zu unsicher sei und finanzielle Risiken für reguläre Stromkunden vermieden werden müssten.

Duke Energy hatte das Vorhaben als wirtschaftlichsten Weg zur Sicherung der Spitzenlastversorgung deklariert. Der Konzern verzeichnet einen erheblichen Anstieg des Energiebedarfs, der zu großen Teilen aus dem Ausbau von Großverbrauchern und Rechenzentren resultiert.

Die Entscheidung der Kommission erging allerdings ohne Präjudiz. Dem US-Versorger steht es damit offen, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt mit überarbeiteten Nachweisen zur Kostendeckung erneut vorzulegen.

Debatte um Kostenverteilung für Großverbraucher

Die Ablehnung markiert eine seltene regulatorische Hürde für den US-Energiekonzern. Hintergrund der Entscheidung ist unter anderem die Diskussion um den überparteilichen Schutz privater Verbraucher vor steigenden Netzkosten, die durch energieintensive Großprojekte entstehen.

Am gestrigen Montag schaltete sich auch der Generalstaatsanwalt von North Carolina, Jeff Jackson, in das Verfahren ein. Er forderte die Regulierungsbehörde dazu auf, eine eigene Tarifklasse für Betreiber von Rechenzentren einzuführen. Damit soll sichergestellt werden, dass Konzerne die notwendigen Infrastrukturinvestitionen selbst tragen, anstatt sie auf private Haushalte abzuwälzen.

An den Finanzmärkten schlägt sich die Unsicherheit über die Genehmigungsverfahren nieder. An der Börse notiert die Aktie von Duke Energy aktuell bei 101,40 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,4 Prozent entspricht. Damit bleibt das Papier mit einem Abschlag von 4,8 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 106,51 Euro.

Analysten beobachten weitere Schritte

Aufseiten der Marktbeobachter gehen die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung auseinander. Das Analysehaus JPMorgan stuft die Aktie unverändert mit „Neutral“ ein und beziffert das Kursziel auf 141 US-Dollar.

Bei der BMO Capital Markets wird das Papier hingegen mit „Outperform“ geführt, bei einem Kursziel von 132 US-Dollar. Insgesamt überwiegen unter den beobachtenden Häusern weiterhin die Kaufempfehlungen, während vereinzelt Herabstufungen vorgenommen wurden.

Ein Unternehmenssprecher von Duke Energy äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung der Kommission und kündigte an, die weiteren Schritte eingehend zu prüfen. Eine Neubeurteilung der langfristigen Ausbaupläne wird noch vor Ablauf des Jahres erwartet. Bis dahin muss der Konzern klären, wie die enormen Spitzenlasten neuer industrieller Abnehmer vertraglich abgesichert werden können.

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