DWS Aktie: Immobilien-Notverkäufe!

DWS veräußert Immobilien zur Bedienung von Rückgaben und beschließt die Abwicklung eines US-Fonds mit 203 Millionen US-Dollar Nettoinventarwert.

Die Kernpunkte:
  • Drei Fonds halten Immobilienwerte von rund zehn Milliarden Euro
  • DWS plant weitere Liquiditätsmaßnahmen für Rückgaben
  • RREEF Property Trust beschloss vollständigen Verkauf und Abwicklung
  • Xtrackers-ETF wurde am 14. September umgestellt

Um die anhaltenden Rückgabewünsche von Anlegern zu bedienen, setzt der Vermögensverwalter DWS auf umfangreiche Veräußerungen in seinem Immobilienportfolio. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank sieht sich bei offenen Immobilienfonds mit einer spürbaren Nachfrage nach Anteilsrückgaben konfrontiert. Das Management reagiert mit Verkäufen von Objekten und bereitet zusätzliche Schutzmaßnahmen für das Fondsvermögen vor.

Verkäufe aus einem Zehn-Milliarden-Euro-Portfolio

Im Zentrum der Maßnahmen stehen die drei offenen Publikumsfonds Grundbesitz Europa, Grundbesitz Global und Grundbesitz Fokus Deutschland. Wie das Handelsblatt am 18. September berichtete, kündigte die DWS an, in diesen Portfolios verstärkt Immobilien zu verkaufen, um liquide Mittel für die Auszahlung rückgabewilliger Investoren zu generieren. Zusammen hielten die drei Fonds zuletzt Immobilienwerte von etwa zehn Milliarden Euro.

Die Verkäufe sollen sicherstellen, dass Rücknahmeverlangen fristgerecht erfüllt werden können, ohne die Anlagegrenzen der Fonds zu verletzen. Für offene Immobilienfonds stellen massive Kapitalabzüge traditionell eine operative Hürde dar, da die zugrundeliegenden Sachwerte nur mit zeitlicher Verzögerung liquidiert werden können.

Zusätzliche Instrumente und US-Abwicklung

Parallel zu den geplanten Verkäufen bereitet die Gesellschaft weitere Schritte vor, um den Abfluss liquider Mittel einzudämmen. Medienberichten zufolge prüft das Haus den Einsatz spezieller Liquiditätsmanagementinstrumente.

Dazu zählen Rücknahmebeschränkungen sowie Strafgebühren bei Anteilsrückgaben. Nach Angaben des Unternehmens können derartige Mechanismen aktiviert werden, sobald die eingereichten Rückgabewünsche einen Schwellenwert von zehn Prozent der liquiden Mittel erreichen.

In den Vereinigten Staaten zieht das Unternehmen bei einem Vehikel bereits einen radikalen Schlussstrich. Laut Bloomberg beschloss der von der DWS verwaltete US-Immobilienfonds RREEF Property Trust am 18. September, seine Vermögenswerte vollständig zu verkaufen und den Fonds zu liquidieren.

Ausschlaggebend hierfür waren eine erhöhte Rücknahmeaktivität sowie Schwierigkeiten bei der Beschaffung frischen Kapitals. Der Nettoinventarwert des US-Fonds belief sich Ende Juni auf 203 Millionen US-Dollar.

Restrukturierung im Passivsegment

Abseits der Immobilienproblematik treibt der Asset Manager Anpassungen im margenschwächeren Indexgeschäft voran. Am 14. September wandelte die Gesellschaft den Xtrackers MSCI EAFE Selection Equity ETF in den Xtrackers Bloomberg Developed Markets Ex US Equity ETF um. Das reorganisierte Produkt bildet den Bloomberg Developed Markets ex US Core Markets Index ab und weist eine jährliche Kostenquote von 0,03 Prozent auf.

Am Aktienmarkt spiegeln sich die gemischten operativen Signale wider. Gestern schloss die DWS-Aktie bei 71,15 Euro, womit das Papier einen Abschlag von 9,4 Prozent gegenüber seinem 52-Wochen-Hoch von 78,50 Euro aufweist. Trotz der aktuellen Belastungsproben im Immobiliensektor behauptet das Papier auf Jahressicht eine positive Entwicklung.

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