E.ON Aktie: Berenberg hebt auf Buy mit 21 Euro

Berenberg sieht E.ON nach Kursrutsch als Kaufgelegenheit und erhöht das Kursziel auf 21 Euro. Marktreaktion auf Regulierung gilt als übertrieben.

Die Kernpunkte:
  • Hochstufung auf 'Buy' mit neuem Kursziel
  • Markt reagierte zu pessimistisch auf Regulierung
  • Gasspeicher auf tiefstem Stand seit 2011
  • Gericht deutet Unwirksamkeit von Preisklauseln an

Die Experten der Privatbank Berenberg haben heute ihre Einschätzung für den Energiekonzern E.ON revidiert. Trotz des jüngsten Drucks auf den Aktienkurs, der innerhalb der vergangenen zwei Wochen rund acht Prozent verlor, sieht Analyst Andrew Fisher nun eine attraktive Einstiegsgelegenheit für Investoren. Die Kursreaktion des Marktes auf aktuelle regulatorische Entwicklungen wird dabei als überzogen bewertet.

Analyst wertet Marktreaktion auf Regulierung als übertrieben

In einer aktuellen Analyse stufte Berenberg die E.ON-Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel gleichzeitig von 19,30 Euro auf 21 Euro an. Laut Analyst Andrew Fisher habe der Markt auf den Entwurf der Bundesnetzagentur zur fünften Gas-Regulierungsperiode zu pessimistisch reagiert. Die daraus resultierende Kurskorrektur biete eine günstige Gelegenheit, Positionen in dem Energieversorger aufzubauen oder zu verstärken.

Der Branchenexperte sieht in den regulatorischen Rahmenbedingungen für den Gasmarkt keine fundamentale Verschlechterung, die den jüngsten Abverkauf rechtfertigen würde. Während Investoren zuletzt empfindlich auf die Veröffentlichungen der Bonner Behörde reagierten, wertet Berenberg die langfristigen Perspektiven des Konzerns innerhalb der anstehenden Regulierungsphase weiterhin als stabil.

Gasspeicher auf historischem Tiefstand belasten das Umfeld

Das Marktumfeld bleibt unterdessen von Sorgen um die Energieversorgung geprägt. Gestern wurde bekannt, dass die deutschen Gasspeicher mit einem Füllstand von 51 Prozent den niedrigsten Wert für diesen Zeitraum seit dem Jahr 2011 erreicht haben. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Speicher noch zu 67 Prozent gefüllt waren, zeigt sich eine deutliche Lücke.

Die Bundesnetzagentur hält das offizielle Speicherziel von 70 Prozent bis zum November unter den aktuellen Bedingungen für kaum erreichbar. Um die Versorgungssicherheit dennoch zu gewährleisten, erwägt die Bundesregierung eine staatliche Gasreserve, die geschätzte Kosten zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro verursachen könnte.

Branchenkenner weisen darauf hin, dass Europa bis Ende Oktober schätzungsweise 420 zusätzliche Ladungen Flüssigerdgas (LNG) benötigt, um die Defizite auszugleichen.

Rechtliche Auseinandersetzungen um Preisklauseln dauern an

Neben den regulatorischen und marktwirtschaftlichen Herausforderungen steht E.ON weiterhin vor rechtlichen Hürden im Bereich der Fernwärmeversorgung. Gestern fand vor dem Oberlandesgericht Hamm eine mündliche Verhandlung statt, in der das Gericht die Unwirksamkeit von Preisanpassungsklauseln in drei Versorgungsgebieten andeutete. Betroffen ist das Verfahren mit dem Aktenzeichen 2 VKl 1/23.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ruft betroffene Kunden auf, sich der laufenden Sammelklage anzuschließen, um mögliche Rückforderungen geltend zu machen. Hierfür läuft die Anmeldefrist bis zum 14. September. Das Oberlandesgericht hat die Verkündung eines Urteils für den 12. Oktober angekündigt, wobei der Verbraucherschutzverband bereits signalisierte, im Falle eines ungünstigen Ausgangs Revision einzulegen.

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