E.ON Aktie: Bundesnetzagentur senkt Gasrendite auf 3,76 Prozent

Die Bundesnetzagentur plant eine niedrigere Gasnetzrendite, was E.ONs Aktie um rund fünf Prozent einbrechen ließ. Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach Regulierungsentwurf
  • Gasnetzrendite soll sinken
  • Analysten bleiben optimistisch
  • EBITDA im ersten Halbjahr gestiegen

E.ON steht unter Druck. Die Bundesnetzagentur hat am Freitag ihren Entwurf zur künftigen Netzrendite für Gasnetze vorgelegt und einen pauschalen Wert von 3,76 Prozent festgelegt. Der Eigenkapitalzins vor Steuern soll auf 5,76 Prozent steigen – nach 5,07 Prozent in der laufenden Regulierungsperiode. Die Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von rund 5 Prozent und führte die Verlierer im DAX an.

Am heutigen Montag notiert das Papier bei 17,47 Euro, nach einem Schlusskurs von 17,58 Euro am Freitag. Damit hat die Aktie in den vergangenen sieben Handelstagen 7,5 Prozent verloren, auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 9,4 Prozent.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 18,63 Euro fehlen der Aktie derzeit 6,2 Prozent, ein Indiz für den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Wochen. Der RSI von 31 signalisiert dabei eine bereits fortgeschrittene Verkaufsphase.

Konsultationsfrist läuft bis September

Der Entwurf der Bundesnetzagentur betrifft zunächst ausschließlich Gasnetze – die Rendite für Stromnetze wird erst 2027 in einem separaten Verfahren entschieden.

Betroffene Unternehmen und Verbände können bis zum 14. September Einwände einreichen, die endgültige Festlegung ist für das Jahresende geplant. Der neue Wert soll dann für rund 800 deutsche Gasnetzbetreiber bis 2032 gelten und betrifft damit auch E.ONs Netzgeschäft direkt, das einen wesentlichen Teil des Konzernergebnisses trägt.

Die Reaktion des Marktes zeigt, wie sensibel Anleger auf regulatorische Signale aus Bonn reagieren – schließlich bestimmt die Netzrendite maßgeblich die Ertragskraft des margenstabilen Infrastrukturgeschäfts von E.ON über Jahre hinweg.

Operatives Geschäft liefert solide Zahlen

Losgelöst von der Regulierungsdebatte zeigte sich der Konzern im ersten Halbjahr 2026 stabil. Das bereinigte EBITDA stieg auf 5,404 Milliarden Euro nach 5,333 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, ein Plus von knapp einem Prozent.

Der bereinigte Konzernüberschuss lag bei 1,923 Milliarden Euro. E.ON bestätigte zugleich die Jahresprognose für 2026: Das Management erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro sowie einen bereinigten Konzernüberschuss von 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro.

Auf der Hauptversammlung im April hatten die Aktionäre zudem einer Dividende von 0,57 Euro je Aktie zugestimmt, ein Plus von 3,64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auszahlung erfolgte Ende April.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Trotz des Kursrutschs bleiben Analysten optimistisch. Barclays erhöhte am Freitag das Kursziel von 19 auf 20 Euro und bestätigte die Einstufung Equal-Weight. Deutsche Bank Research bekräftigte am selben Tag ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 20,50 Euro. Beide Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

OVO-Übernahme als strategischer Baustein

Parallel zur Regulierungsdebatte treibt E.ON seine Expansion in Großbritannien voran. Im Mai hatte der Konzern eine Vereinbarung zur Übernahme des britischen Energieanbieters OVO geschlossen. Die Transaktion soll den Angaben zufolge die Position von E.ON in einem der größten europäischen Energiemärkte stärken.

Medienberichten zufolge wird eine kombinierte Kundenbasis von rund 9,6 Millionen entstehen, mit der E.ON zum größten Energieversorger Großbritanniens aufsteigen und Octopus Energy überholen würde. Der Abschluss der Transaktion ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Solide operative Zahlen und positive Analystenstimmen stehen einem regulatorischen Gegenwind gegenüber, dessen endgültige Ausgestaltung erst zum Jahresende feststehen wird.

Anzeige

E.ON-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue E.ON-Analyse vom 17. August liefert die Antwort:

Die neusten E.ON-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für E.ON-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

E.ON: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu E.ON