E.ON: Führt der Rückgang beim operativen Gewinn zu neuem Aktientief?

Der Energiekonzern E.ON steckt mitten in einer Umbauphase. Der Blick auf die Ergebnisse für das erste Halbjahr macht mehr als deutlich, dass diese Umstrukturierung auch dringend nötig ist. Zugleich liegen die Papiere des Konzerns seit Tagen in einer starken Abwärtsbewegung.

 

© E.ON
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Zwar konnte der Energieriese den Umsatz im 1. Halbjahr um rund 5% auf 57,3 Mrd. Euro steigern, das EBITDA per Ende Juni lag jedoch mit 4,3 Mrd. Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes mit 4,9 Mrd. Euro. Vor allem die rückläufigen Ölpreise, der schwache Rubel und weiterhin niedrige Strompreise gab der Konzern hierfür als Gründe an. Beim Umsatz wirkte sich hingegen günstig aus, dass die Temperaturen in den ersten Monaten des Jahres den Absatz beim Gas um 63% ansteigen ließen.

Beim nachhaltigen Konzernüberschuss ging es um 21% auf 1,2 Mrd. Euro abwärts. Ein hoher operativer Cashflow von 4,2 Mrd. Euro, Veräußerungserlöse und Entlastungen bei den Rückstellungen für Pensionen sorgten für eine Reduzierung der Nettoschulden auf 29,3 Mrd. Euro.

 

Neue Projekte versprühen Optimismus

Die Prognose für dieses Jahr bestätigte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen. Dennoch belasten die weiterhin niedrigen Strompreise und die volatilen Ölpreise. In der 2. Jahreshälfte sollen knapp zwei Gigawatt neue Kraftwerksleistung in den Niederlanden und Russland in den Markt gehen und dazu noch über 500 Megawatt Offshore-Windkraft in der Nordsee.

Hieraus erwartet E.ON für die nächsten Quartale positive Einflüsse. Zwei weitere große Offshore-Windparks in Großbritannien und Deutschland sind darüber hinaus geplant.

 

Konzernumbau bei E.ON liegt im Plan

Mit der Neustrukturierung im Konzern liegt man derzeit im Plan. Das klassische Kraftwerksgeschäft, der weltweite Energiehandel und das Öl- und Gasfördergeschäft sollen in die neue Firma Uniper überführt werden. E.ON legt damit zukünftig das Augenmerk auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

Die Organisationsformen für beide Unternehme sind bereits neu strukturiert und mit Führungskräften unterhalb des Vorstandes besetzt. Der nächste Schritt ist jetzt der Aufbau von Teams für die künftigen Unternehmensbereiche.

 

Erreicht die Aktie einen neuen Tiefpunkt?

Die Aktie notiert heute leicht im Plus, dennoch sorgten kräftige Verluste in den letzten Tagen dafür, dass der Wert nicht mehr weit vom Jahrestief bei 11,58 Euro entfernt ist. Auch Analysten schätzen die Papiere von E.ON derzeit überwiegend mit „Neutral“ ein.

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Vor dem Konzern liegt noch ein weiter Weg, um sich von den Negativeinflüssen im Bereich der klassischen Stromerzeugung zu befreien. Hier muss sich nach erfolgtem Abschluss der Abspaltung zeigen, ob der eingeschlagene Weg wieder zu mehr Profitabilität führen wird.

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