E.ON muss die Kostenbremse ziehen

Der Energiekonzern E.ON hatte im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Marktumfeld zu kämpfen, der sich strukturell in einem Umbruch befindet. Das bekamen auch die Konkurrenten deutlich zu spüren. Wie erwartet, zeigte sich das auch in den nun vorgelegten Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr.

© E.ON
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Das EBITDA lag mit 7,6 Mrd. Euro zwar noch im Rahmen der eigenen Erwartungen, allerdings 10% unter dem des Vorjahres. Der nachhaltige Konzernüberschuss erreichte 1,6 Mrd. Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Belastend wirkten sich im Herbst letzten Jahres vorgenommene Wertberichtigungen in Höhe von 8,8 Mrd. Euro auf den Konzernüberschuss aus, was zu einem Fehlbetrag von 7 Mrd. Euro führte. Der operative Cashflow konnte trotz Ergebnisrückgang mit 6,1 Mrd. Euro noch einen Wert knapp unter dem des Vorjahres erreichen. Die Nettoverschuldung lag bei 27,7 Md. Euro und damit 5,7 Mrd. Euro unter der Verschuldung per Ende 2014.

E.ON steht vor einem harten Weg

Die Aussichten von E.ON bleiben angespannt. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einer weiterhin schwierigen und angespannten Marktsituation. Das zeigte sich bereits im laufenden ersten Quartal, was gekennzeichnet ist durch Tiefststände bei den Energiepreisen, anhaltend fallenden Gaspreisen und dem schwachen Rubelkurs.

Insofern zeigt sich E.ON verhalten, was den Ausblick betrifft. Das EBITDA wird bei 6 bis 6,5 Mrd. Euro erwartet und für den nachhaltigen Konzernüberschuss rechnet der Konzern mit 1,2 bis 1,6 Mrd. Euro. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass diese Prognose noch angepasst wird und dann deutlich niedriger ausfällt.

Hauptversammlung bringt die Entscheidung

Grund hierfür könnten bilanzielle Effekte sein, die aus der Abspaltung eines Mehrheitsanteils an Uniper entstehen. Auf der Hauptversammlung am 08. Juni soll die Entscheidung über die rechtliche Abspaltung von Uniper fallen. Anschließend soll die Börsennotierung erfolgen. Zugleich soll dann über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,50 Euro je Aktie abgestimmt werden.

Konzernchef Johannes Teyssen wies jedoch auch darauf hin, dass künftig mit einer Reduzierung von Investitionen und einer Kürzung der Dividende zu rechnen ist. Aufgrund der angespannten Marktsituation wird vor allem der frei verfügbare Cashflow geringer ausfallen, was zu den vorgenannten Maßnahmen führen könnte. Details zu den Unternehmenszielen will E.ON Ende April bekannt geben.

Aktie startet mit grünen Vorzeichen

Analysten sehen die Papiere von E.ON weiterhin positiv und bestätigten ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 10,00 Euro. Auch der Markt reagierte vorerst positiv auf das Zahlenwerk und schickte die Aktie von E.ON mit positiven Vorzeichen in den heutigen Handelstag.

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