easyJet Aktie: 60 Flüge in Paris gestrichen
easyJet kämpft mit Flugausfällen in Frankreich und Großbritannien, während Übernahmespekulationen um Castlelake die Aktie unter Druck setzen.

- Massenhafte Flugstreichungen in Paris und London
- US-Investor Castlelake prüft Übernahmeangebot
- UBS stuft Aktie von Kaufen auf Halten herab
- Werbeverbot durch britische Aufsichtsbehörde
Der Billigflieger easyJet steckt in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite kämpft die Airline mit massiven Betriebsstörungen in Frankreich und Großbritannien. Auf der anderen Seite brodelt die Gerüchteküche um eine mögliche Übernahme durch Finanzinvestoren. Die Aktie gab am Donnerstag nach.
Flugausfälle belasten den Betrieb
Rund 60 Flüge von easyJet und Air France fielen an den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle, Orly und Nizza aus. Grund sind Bauarbeiten an den Startbahnen, Personalengpässe und Probleme bei der Flugsicherung. Auch in Großbritannien lief nicht alles rund. An den Drehkreuzen Heathrow, Gatwick und Manchester wurden 45 Flüge gestrichen und 429 weitere verspätet abgefertigt. Besonders betroffen waren Kurzstreckenverbindungen innerhalb Europas. Die Ferienreisezeit verschärft die Lage zusätzlich.
Übernahmegerüchte halten an
easyJet hatte zuvor ein Angebot des US-Investors Castlelake abgelehnt. Die Märkte rechnen dennoch mit einer finalen Offerte im Juli, sobald Castlelake seine Due-Diligence-Prüfung abgeschlossen hat. Analysten sehen das Unternehmen als unterbewertet an. Die Flotte hat einen Buchwert von rund sechs Milliarden Euro. Hinzu kommen etwa 300 vorbestellte Maschinen. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor einer Zerschlagung der Airline. Besonders der Standort Berlin wäre davon betroffen.
Kurs korrigiert, Analysten werden vorsichtiger
Die Aktie hatte zuletzt kräftig zugelegt – getrieben von den Übernahmegerüchten. Am Donnerstag gab sie um 1,86 Prozent auf 6,43 Euro nach. Das Papier notiert damit 5,25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,78 Euro. Die Luftbewegung nach oben war enorm: Innerhalb von 30 Tagen stand ein Plus von 22,67 Prozent zu Buche.
Die UBS stufte easyJet von „Strong Buy“ auf „Hold“ herab. Das Kursziel liegt bei 610 Pence, umgerechnet rund 7,24 Euro. Auch andere Banken bleiben zurückhaltend. Sie bewerten die Aktie mehrheitlich mit „Hold“. Die operative Erholung und der hohe Asset-Wert stehen den Risiken aus Betriebsstörungen und dem unsicheren Ausgang der Castlelake-Offerte gegenüber.
Werbeärger obendrauf
Die britische Werbeaufsicht ASA hat eine easyJet-Anzeige verboten. Darin hatte die Airline mit Gepäckgebühren von 5,99 Pfund pro Aufgabe geworben. Die Behörde sah keine ausreichenden Belege, dass dieser Preis flächendeckend verfügbar war. easyJet hat inzwischen auf seiner Webseite klargestellt, dass die Gebühren je nach Route und Buchungszeitpunkt variieren.
Castlelake hat bis Ende Juli Zeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen. Ob die Übernahme tatsächlich kommt oder easyJet einen eigenständigen Weg geht – diese Frage entscheidet über die mittelfristige Perspektive des Unternehmens.
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