easyJet Aktie: 7,00 Pfund oder Dealende
Im Bieterkampf um easyJet gewährt der Billigflieger dem Investor Castlelake Einblick in seine Bücher. Großaktionäre fordern einen höheren Kaufpreis.

- Investor erhält Einblick in Finanzdaten
- Großaktionäre pochen auf höheren Preis
- Aktie notiert unter geforderter Schwelle
- Entscheidung bis Anfang Juli erwartet
Die Übernahmeschlacht um easyJet erreicht diese Woche ihren Höhepunkt. Der britische Billigflieger hat einem US-Investmenthaus überraschend Zugang zu seinen Finanzdaten gewährt – trotz mehrfacher Ablehnung früherer Übernahmeangebote. Castlelake muss bis zum 5. Juli 2026 ein verbindliches Angebot vorlegen oder die Verhandlungen abbrechen.
Der Preis bleibt das Hindernis
Das letzte abgelehnte Angebot lag bei 6,50 Pfund je Aktie, was einem Gesamtwert von rund 4,9 Milliarden Pfund entspricht. Großaktionäre – allen voran Gründer Sir Stelios Haji-Ioannou mit 15 Prozent – pochen auf mindestens 7,00 Pfund pro Anteilsschein. Das würde easyJet mit rund 5,3 Milliarden Pfund (7 Milliarden Dollar) bewerten.
Die Aktie zeigt eine klare Lücke zwischen Marktpreis und Forderung. Am Freitag notierte das Papier bei 6,62 Euro, ein Plus von 0,61 Prozent. Über die letzten 30 Tage summiert sich das Kursplus auf beachtliche 45 Prozent. Trotz dieser Rally liegt der Kurs unter der von Großinvestoren geforderten Schwelle. Die Börse scheint noch nicht voll auf ein erhöhtes Angebot zu setzen.
Rekordwerte unterm Haifischbecken
Das Interesse von Castlelake kommt nicht von ungefähr. easyJet zeigt starke Erholungszahlen. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Vorsteuergewinn auf 665 Millionen Pfund – ein Plus von neun Prozent. Die erste Hälfte des laufenden Jahres brachte zwar saisonal bedingt einen Verlust zwischen 540 und 560 Millionen Pfund. Doch die Bilanz ist solide.
Der Liquiditätspuffer liegt bei 4,7 Milliarden Pfund, die Nettoliquidität bei 434 Millionen Pfund. Hinzu kommen rund fünf Milliarden Pfund an eigenen Vermögenswerten, darunter über 200 Airbus-Maschinen.
Analysten vermuten, dass Castlelake vor allem die begehrten Start- und Landerechte an großen Drehkreuzen wie London Gatwick, Paris, Mailand oder Genf im Visier hat. Sollte der Investor die Fluggesellschaft nach der Übernahme zerschlagen, drohen regionale Versorgungslücken – etwa in Portugal. Die Woche wird entscheiden, ob der Übernahmepoker mit einem höheren Angebot endet oder Castlelake abzieht.
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