easyJet Aktie: Castlelake-Frist endet Sonntag Mitternacht
Bis Sonntag muss Castlelake sein easyJet-Angebot durchbringen. Analysten sehen Risiken, während operative Probleme den Sommer belasten.

- Frist für Castlelake-Angebot läuft Sonntag ab
- Analyst senkt Einstufung auf neutral bei hohem Risiko
- Neues Grenzkontrollsystem verursacht massive Verspätungen
- Aktie technisch überkauft mit RSI über 70
Bis Sonntag muss die Private-Equity-Firma Castlelake ihr Angebot für easyJet durchbringen. Sonst platzt die Übernahme. Die Aktie steht unter Druck.
Dabei war der Kurs zuletzt auf einer Reise nach oben. Rund 24 Prozent Gewinn in 30 Tagen. Das liegt am Angebot von bis zu 625 Pence pro Aktie. Der Markt hat den Deal schon eingepreist. Doch Analysten sind skeptisch.
Neutral – trotz Übernahmeprämie
Conor Dwyer von TipRanks hat die Aktie auf „Neutral/Hochrisiko“ gesenkt. Sein Kursziel: 580 Pence. Das liegt unter dem Angebot von Castlelake. Der Analyst traut dem Premium nicht.
Die Botschaft: Wer jetzt kauft, wettet auf den erfolgreichen Abschluss. Ohne den Deal droht eine Korrektur. Am Sonntag um Mitternacht läuft die Frist ab.
Sommerchaos an Europas Flughäfen
Währenddessen kämpft easyJet mit einem operativen Problem. Das neue biometrische Grenzkontrollsystem EES verursacht massive Verzögerungen. An Flughäfen wie Mailand-Bergamo, Paris-Beauvais oder Málaga warten Passagiere bis zu fünf Stunden.
Die Luftfahrtverbände IATA und A4E fordern von der EU-Kommission eine Aussetzung des Systems für Juli und August. Sonst drohten 40 Millionen zusätzlichen Reisenden verpasste Anschlüsse.
Am 1. Juli wurde ein easyJet-Flug von Genf nach Ajaccio gestrichen – nach 5,5 Stunden Verspätung auf dem Rollfeld. Die Polizei musste eingreifen.
Aktie technisch überhitzt
Am Freitag schloss die Aktie bei 6,50 Euro. Das sind nur 4,25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,78 Euro. Der RSI liegt bei 71,8 – der Wert gilt als überkauft.
Seit dem Tief im Mai bei 3,89 Euro hat sich der Kurs fast verdoppelt. Die Volatilität liegt bei annualisiert 38 Prozent. Das ist viel – auch für einen Billigflieger.
Entscheidende Tage
Am Sonntag wird klar, ob Castlelake nachlegt oder das Angebot verfällt. Der Vorstand hatte höhere Forderungen bislang abgelehnt. Gleichzeitig entscheidet die EU über die Grenzkontrollen.
Sollte kein Deal zustande kommen, dürfte die Aktie fallen. Die Übernahmephantasie wäre dann erstmal verpufft. Und der Sommer könnte zum echten Belastungstest werden.
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