easyJet Aktie: Dreimal Nein, und trotzdem steigt der Kurs
Trotz Ablehnung des dritten Barangebots durch den Verwaltungsrat steigt der easyJet-Aktienkurs deutlich.

- Drittes Übernahmeangebot abgelehnt
- Aktienkurs steigt dennoch deutlich
- Castlelake setzt Aktionäre unter Druck
- EU-Recht bleibt größte Hürde
Castlelake lässt nicht locker. Der US-Investor hat seinen dritten Übernahmeversuch für easyJet öffentlich gemacht — und damit eine Dynamik ausgelöst, die dem Aktienkurs trotz dreifacher Ablehnung kräftigen Auftrieb gibt.
Das Angebot liegt bei 625 Pence je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von rund 59 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 28. Mai, dem Tag vor Bekanntwerden des Interesses. Zum Vergleich: Die ersten beiden Offerten lagen bei 560 und 600 Pence — easyJets Verwaltungsrat wies alle drei zurück, zuletzt am 21. Juni.
Castlelake macht Druck auf die Aktionäre
Die Veröffentlichung des dritten Angebots ist kein Zufall. Indem Castlelake den Vorstoß nun publik macht, setzt der Investor die Aktionäre unter Druck: Sie sollen ihre Sicht auf die Offerte gegenüber dem Board artikulieren — und zwar vor dem 26. Juni. Bis zu diesem Datum muss Castlelake nach britischem Übernahmerecht entweder ein verbindliches Angebot ankündigen oder seinen Rückzug erklären.
Die Finanzierung stellt offenbar kein Hindernis dar. Goldman Sachs hat laut Castlelake die Bereitstellung der erforderlichen Fremdfinanzierung signalisiert. Das Gesamtvolumen des Angebots beläuft sich auf rund 4,74 Milliarden Pfund.
EU-Recht als strukturelles Problem
Hinter den Kulissen bleibt die regulatorische Frage die größte Hürde. Europäische Fluggesellschaften müssen mehrheitlich von EU-Staatsangehörigen gehalten und kontrolliert werden. Um das zu umgehen, hat Castlelake zwei Luftfahrt-Manager ins Boot geholt: Peter Bellew, früherer CEO von Malaysia Airlines, und Mark Breen. Castlelake betont, die geplante Eigentümerstruktur entspreche dem Vorgehen anderer europäischer Airlines.
Bellew ist dabei kein unbeschriebenes Blatt in diesem Deal: Er erwarb zwischen März und Mai 2026 easyJet-Aktien zu einem Höchstpreis von 437,14 Pence je Anteil — ein Einstieg, der seine Überzeugung vom Wert des Unternehmens unterstreicht.
Das Angebot umfasst zudem eine teilweise Aktienalternative. Aktionäre könnten sich demnach entscheiden, an einem privatisierten easyJet beteiligt zu bleiben, sofern ein Zusammenschluss zustande käme — und das bis zu einer noch nicht bezifferten Obergrenze.
Der easyJet-Kurs handelte am Montag zeitweise rund vier Prozent fester. Das Markt-Signal ist eindeutig: Investoren setzen darauf, dass das Ringen nicht vorbei ist. Ob Castlelake bis Donnerstag ein verbindliches Angebot vorlegt oder die Offerte zurückzieht, entscheidet über den weiteren Kursverlauf — und darüber, ob der Aufschlag von 59 Prozent am Ende mehr war als ein Verhandlungsauftakt.
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