easyJet Aktie: Zweifel an der Offerte

Trotz Rekordhoch bleibt easyJet-Aktie unter Kaufangebot. EU-Eigentümerregeln lassen Anleger am Deal zweifeln.

Die Kernpunkte:
  • Aktie steigt auf Mehrjahreshoch
  • Angebot von 6,90 Pfund je Aktie
  • EU-Eigentumsregeln als Hindernis
  • Entscheidung bis 3. August erwartet

Ein Rekordkurs, aber kein Grund zum Jubeln – so lässt sich die Reaktion auf easyJets Übernahmezusage zusammenfassen. Der Kurs sprang zwar auf ein Mehrjahreshoch, blieb aber deutlich unter dem gebotenen Preis. Der Markt traut dem Deal offenbar nicht vollständig.

Die britische Billigfluggesellschaft signalisierte am Wochenende Bereitschaft, das nachgebesserte Angebot des US-Investors Castlelake anzunehmen. 6,90 Pfund je Aktie bietet Castlelake, nach einem ursprünglichen Einstiegsgebot von 5,60 Pfund – bereits der fünfte Anlauf des Investors. Die Offerte bewertet easyJet mit rund 5,5 Milliarden Pfund und liegt knapp 24 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Die Aktie legte am Montag um mehr als 9 Prozent auf 610 Pence zu und markierte damit ein Mehrjahreshoch. Seit Castlelakes Interesse Ende Mai öffentlich wurde, hat sich der Kurs um über 50 Prozent verteuert. Zur gebotenen Prämie fehlt aber weiterhin eine spürbare Lücke – ein Indiz dafür, dass Investoren dem Zustandekommen des Deals nicht vollständig vertrauen.

EU-Eigentümerregeln als Knackpunkt

Der Grund für die Skepsis liegt in den europäischen Eigentumsvorschriften. Fluggesellschaften, die in der EU operieren, müssen mehrheitlich von EU-Staatsangehörigen kontrolliert werden – Castlelake erfüllt diese Bedingung nicht direkt. Der Investor plant deshalb, nur 49 Prozent der Übernahmevehikel zu halten, den Rest sollen der frühere easyJet-Betriebschef Peter Bellew und der Branchenmanager Mark Breen übernehmen.

Ob diese Konstruktion ausreicht, ist unter Marktbeobachtern umstritten. JPMorgan-Analysten äußerten Zweifel, ob Castlelake und easyJet eine mit den EU-Regeln vereinbare Struktur finden – zumal auch die Haltung von Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou offen ist. Er wollte sich am Montag nicht äußern. Ein Aktionär, der anonym bleiben wollte, schätzte die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns anhand der aktuellen Kursniveaus auf über 30 Prozent.

Die Fluggesellschaft selbst betonte, Castlelake habe sich zu „größtmöglichen Anstrengungen“ bei der Einholung behördlicher Genehmigungen verpflichtet – eine Formulierung, die Interpretationsspielraum lässt, aber keine Garantie liefert.

Nach britischem Übernahmerecht muss Castlelake sein Angebot bis zum 3. August verbindlich vorlegen oder zurückziehen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich für die komplexen EU-Eigentumsfragen eine tragfähige Lösung findet – oder ob der Deal an genau dieser Hürde scheitert.

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