eBay: Rückschlag bei Verkauf der Enterprise-Sparte

Seit Wochen ist bekannt, dass der US-Konzern seine Tochter eBay Enterprise verkaufen möchte. eBay Enterprise – ehemals GSI Commerce – ist ein führender Anbieter im Bereich Entwicklung und Betrieb von E-Commerce (Online-Shops). Seit einiger Zeit steckt das Internetauktionshaus bereits in Gesprächen mit der Beteiligungsgesellschaft Thomas H. Lee.

 

© eBay
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Bislang konnte man sich nicht auf einen Preis einigen. eBay möchte angeblich mindestens eine Milliarde US-Dollar für die Sparte Enterprise bekommen, Thomas H. Lee hingegen versucht diesen Preis zu drücken. Doch damit nicht genug: Nun hat einer der wichtigsten Kunden von eBay Enterprise angekündigt, bald eine Inhouse-Lösung anbieten zu wollen. Der Einzelhandelskonzern Toys "R" Us möchte sich ab 2016 selbst um seine Online-Shops kümmern.

 

Nachricht kommt zu ungünstigem Zeitpunkt für eBay

Auch ohne diese neue Hiobsbotschaft wäre die Sparte Enterprise ein Verlustgeschäft für eBay. Denn erst 2011 hat der US-Konzern GSI Commerce übernommen – für 2,4 Mrd. US-Dollar. Der aktuelle Preis für Enterprise liegt also ohnehin schon deutlich unter dem Kaufpreis von 2011.

Doch nun ist selbst die angepeilte Marke des Verkaufspreises von mindestens einer Mrd. Dollar in Gefahr. Thomas H. Lee war ohnehin kaum bereit, diesen Betrag auf den Tisch zu legen. Da nun mit Toys "R" Us  einer der wichtigsten Kunden abgesprungen ist, dürfte der Preis für die E-Commerce-Sparte nochmals gesunken sein.

 

eBay will Enterprise schnell loswerden

Beim Internetauktionshändler besteht weiterhin Hoffnung, dass man die Sparte Enterprise bald loswerden kann. Der Konzern hat sich nun angeblich eine neue Deadline gesetzt und will Enterprise bis zum 15. Juli verkaufen. Kurz darauf ist auch schon die Abspaltung von PayPal angesetzt.

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Solange der Verkauf nicht unter Dach und Fach ist, dürften einige Anleger auch verunsichert bleiben. Momentan warten viele darauf, dass eBay den „Klotz am Bein“ Enterprise abgeben kann. Danach kann sich der Konzern wieder auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Die Trennung vom E-Commerce-Anbieter kommt eventuell etwas zu spät, denn der Trend zu mehr Inhouse-Lösungen bei Online-Shops hat sich bereits abgezeichnet.

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