eBay: Was soll nur ohne PayPal werden?

Es ist beschlossene Sache: Noch in diesem Jahr wird die eBay-Tochter PayPal als eigenständige Firma an die Börse gehen. Bisherige Aktionäre von eBay wird es freuen. Denn es herrscht einmütiger Konsens bei Analysten, dass beide Firmen getrennt zusammen mehr wert sind. Doch zeigen die jüngsten Quartalszahlen: Für eBay wird es schwierig werden, eine neue Wachstumsstory zu gestalten.

 

ebay_Aufsteller
© pixabay

Wann genau eBay und PayPal zumindest auf dem Papier getrennte Wege gehen, ist noch nicht klar. Klar ist aber dass sich das Wachstum beider Firmen derzeit in entgegengesetzte Richtungen bewegt. So lagen erstmals im Auftaktquartal dieses Jahres die Umsätze von PayPal über denen des eBay-Marktplatzes. Und nicht nur das. Denn das Kerngeschäft von eBay schrumpfte sogar.

Gemeinsam wiesen beide Geschäftsbereiche im 1. Quartal einen Umsatzanstieg um 4% auf 4,45 Mrd. Dollar aus. Damit übertraf man recht deutlich die Analystenprognosen, die nur 4,2 Mrd. Dollar erwartet hatten. Ein ähnliches Bild auch beim Gewinn. Dieser betrug inklusive Sonderfaktoren 626 Mio. Dollar bzw. 51 Cents je Aktie. Im vergangenen Jahr hatte man im Vergleichszeitraum noch rote Zahlen mit einem Verlust von 1,82 Dollar je Aktie geschrieben.

 

Paypal top, eBay hopp

Exklusive Sonderfaktoren verdiente eBay 77 Cents je Aktie. Und überflügelte damit ebenfalls die Erwartungen der Analysten, die nur mit 70 Cents je Aktie gerechnet hatten. Wem das zu verdanken war, wurde dann beim Blick auf die Spartenumsätze klar. Denn während der eBay Marketplace einen Umsatzrückgang um 4% auf 2,07 Mrd. Dollar melden musste, gelang PayPal ein Plus von 14% auf 2,11 Mrd. Dollar.

 

Was schon auch dadurch bemerkenswert war, da beide Sparten über eine durchaus angespannte Wettbewerbssituation verfügen. So wird der Marketplace insbesondere von Amazon attackiert, während sich PayPal mit Neueinsteigern wie Apple Pay oder Square auseinandersetzen muss. Doch während eben der Marketplace Marktanteile verliert, kann sich PayPal behaupten.

 

Chancen bestehen für beide Firmen

Immerhin: Die meisten Marktbeobachter glauben, dass letztlich auch eBay Marketplace seinen Weg auch solo machen wird. Nur müssen eben neue Ideen her, um Kunden wieder mehr zu interessieren. Hinzu kommt, dass beide Firmen mindestens die nächsten 5 Jahre weiterhin so eng zusammenarbeiten sollen wie bisher. Wobei aber es beiden Firmen gestattet werden soll, rund ein Fünftel des Geschäftes zukünftig mit anderen Partnern bestreiten zu können.

Dass die Börsianer an diese Story glauben, zeigte auch die sehr positive nachbörsliche Reaktion bei eBay. Denn die Aktie konnte rund 5% zulegen. Wenn das nur annähernd auch im regulären Handel durchgehalten wird, hätte sich die eBay-Aktie aus ihrem bisherigen Abwärtstrend befreien können. Und würde damit wieder zum Kauf.

EBay-23-04-15

Denn auch von Seiten der Bewertung liefert eBay bislang eher moderate Verhältnisse. So liegt das geschätzte KGV für dieses Jahr bei rund 17 und das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei gerade mal gut 12. Insofern gilt. Wir raten zum Einstieg bei eBay – und später auch bei PayPal.

%d Bloggern gefällt das: