Eckert & Ziegler Aktie: Q3-Zahlen sollen Wende bringen

Ein Analyst prognostiziert für das dritte Quartal höheres bereinigtes EBIT und sieht Isotope Products als wichtigen Treiber.

Die Kernpunkte:
  • Analyst erwartet 18,2 Prozent EBIT-Zuwachs
  • Medizinsparte soll Ergebnis deutlich steigern
  • Lutetium-177-Umsatz 2026 auf 7 bis 8 Millionen Euro geschätzt
  • Generatorgeschäft soll jährlich rund 10 Prozent wachsen

Nach der jüngsten Kursschwäche rückt für Eckert & Ziegler die Vorlage der Quartalszahlen näher. Ein Analyst erwartet für das dritte Quartal die Rückkehr zu Gewinnwachstum, getragen von der Sparte Isotope Products. Das Kursziel liegt bei 21,50 Euro, das Votum lautet „Buy“.

Gewinn soll schneller wachsen als der Umsatz

Beim Konzernumsatz rechnet der Analyst mit einem Plus von 4,6 Prozent auf 78,8 Millionen Euro. Der Konsens liegt mit 79,3 Millionen Euro leicht darüber. Das bereinigte EBIT soll deutlich stärker zulegen, nämlich um 18,2 Prozent auf 18,2 Millionen Euro. Der Markt erwartet hier etwa 18,8 Millionen Euro.

Die Marge würde damit auf 23,1 Prozent steigen. Das wären 2,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresquartal.

Treiber ist vor allem die Medizinsparte. Sie soll bei rund 40 Millionen Euro Umsatz ein um 43 Prozent höheres bereinigtes EBIT von etwa 11 Millionen Euro erreichen. Isotope Products dürfte rund 39 Millionen Euro umsetzen. Das EBIT erholt sich dort gegenüber dem Vorquartal um 23 Prozent auf etwa 8 Millionen Euro, bleibt aber auf Vorjahresniveau.

Lizenzerlöse sind in den Q3-Schätzungen nicht enthalten. Sie könnten daher im vierten Quartal zusätzlich wirken: Erwartet werden mindestens 3 Millionen Euro bei nahezu voller Marge, möglich sind bis zu 5,6 Millionen Euro.

Lutetium-177 als Wachstumstreiber

Den größten Schub im Medizinbereich dürfte kurzfristig Lilly liefern. Für Lutetium-177 erwartet der Analyst 2026 Erlöse von 7 bis 8 Millionen Euro, nach rund 2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Großteil fällt ins zweite Halbjahr. Für 2027 hält er etwa 15 Millionen Euro für realistisch.

Lilly hatte POINT übernommen, die bereits einen zehnjährigen Liefervertrag mit Eckert & Ziegler hatte. Solche Zukäufe können unabhängige Zulieferer direkt in die Lieferketten großer Pharmakonzerne bringen.

Langfristig sieht der Analyst erhebliches Potenzial. Telix-Prognosen implizieren bis 2035 ein jährliches Marktwachstum von etwa 23 Prozent bei Lutetium-177 und etwa 45 Prozent bei Actinium-225. Für beide Isotope kalkuliert er bis 2030 mit je 25 Millionen Euro Umsatz bei Eckert & Ziegler. Aktuell liegt der kombinierte Umsatz noch im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Unabhängigkeit bleibt gefragt

Telix‘ geplante Übernahme von ITM hat die Rolle unabhängiger Isotopenlieferanten in den Blick gerückt. Der Analyst erwartet nicht, dass jeder Pharmakonzern die Produktion selbst übernimmt. Reinheit, GMP-Validierung und verlässliche Mengen bilden hohe Eintrittshürden.

Das Generatorgeschäft soll trotz des Markteintritts von Curium um rund 10 Prozent jährlich wachsen, gestützt durch die Nachfrage nach Ga-68-Diagnostik. Neue Aufträge könnten zudem den Anlagenbau nach einem schwachen ersten Halbjahr stabilisieren.

Die Bewertung spiegelt davon wenig. Mit dem rund Siebenfachen des für 2026 erwarteten EBITDA, gemessen am Unternehmenswert, preist der Markt laut Analyst praktisch kein Wachstum ein. Treffen die Q3-Zahlen die Erwartungen, bekäme diese Lücke einen konkreten Prüfstein.

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