Eckert & Ziegler Aktie: Unabhängigkeit als Trumpf
Ein Analyst bewertet Eckert & Ziegler mit „Buy“ und nennt 21,50 Euro als Kursziel; die Fertigungssparte legte im ersten Halbjahr zu.

- Kursziel des Analysten: 21,50 Euro
- Konkurrenten erzielen höhere Umsatzmultiples
- Neutraler Isotopenlieferant ohne eigenes Medikamentenportfolio
- Auftragsfertigung wuchs im ersten Halbjahr
Die Übernahmewelle in der Radiopharmazie treibt die Bewertungen von Isotopenanbietern nach oben. Eckert & Ziegler bleibt dabei außen vor: Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Ein Analyst sieht darin eine Bewertungslücke und stuft den Titel mit „Buy“ ein, das Kursziel liegt bei 21,50 Euro.
Deutlich höhere Multiples bei Konkurrenten
Der Vergleich fällt klar aus. Telix will den Isotopenhersteller ITM kaufen und zahlt 1,65 Milliarden Dollar im Voraus. Das entspricht etwa dem 5,3-Fachen des annualisierten Umsatzes und dem 16-Fachen des Fertigungs-EBITDA. Eckert & Ziegler kommt für 2026 auf das Zweifache beim Umsatz und das 6,9-Fache beim EBITDA.
Hinzu kommen bis zu 700 Millionen Dollar, die an Zulassungen und Verkaufsziele der Krebstherapie ITM-11 geknüpft sind. Auch der geplante Verkauf der Isotopensparte von BWXT an Nordic Capital deutet auf Umsatzmultiples von etwa dem 5- bis 8-Fachen hin.
Neutraler Lieferant im Vorteil
Der zweite Gedanke der Analyse betrifft die Wettbewerbslogik. Wer Isotope von einem Anbieter mit eigenen Konkurrenzmedikamenten bezieht, finanziert einen Rivalen mit. Novartis würde nach der ITM-Übernahme das Lutetium-177 für sein Prostatamittel Pluvicto von einem Konzern erhalten, der konkurrierende Therapien entwickelt. Auch Curiums geplante Übernahme von Lantheus erweitert dessen Therapieportfolio.
Eckert & Ziegler hat kein eigenes Medikamentenportfolio und liefert hochreines Lutetium-177. Das Geschäft mit Actinium-225 wächst. Die im Mai geschlossene Vereinbarung mit Thor Medical sichert zudem Blei-212 für Forschung und Entwicklung. Das Risiko, durch die Konsolidierung Geschäft zu verlieren, hält der Analyst für begrenzt.
Fertigungsqualität als Verkaufsargument
Die US-Arzneibehörde FDA verweigerte im August die Zulassung für ITM-11 und im Juni für ein Diagnostikum von Lantheus. Beide Entscheidungen bezogen sich auf Probleme bei externen Produktionsstätten, nicht auf Wirksamkeit oder Sicherheit. Für Entwickler zeigt das, was mangelhafte Fertigung kosten kann.
Das Auftragsfertigungsgeschäft von Eckert & Ziegler hat den Umsatz im ersten Halbjahr nahezu verdoppelt, das Plus liegt bei 3,1 Millionen Euro. Fertigungsverträge bestehen unter anderem mit Bicycle Therapeutics, Pentixapharm und Archeus. GE HealthCare zahlt für den Auftragsfertiger SOFIE 945 Millionen Dollar, was die strategische Bedeutung zuverlässiger Produktion unterstreicht.
Das Kursziel von 21,50 Euro beruht auf einem DCF-Modell. Die Analyse erwartet, dass sich die kommerzielle Chance aufbaut, sobald Kunden weitere Lieferanten qualifizieren und Verträge vergeben.
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