EcoGraf: 8 Prozent Minus trotz 40.000-Tonnen-Deal

EcoGraf verzeichnet Kursverluste trotz neuer Abnahmeverträge. Die begrenzten Barmittel und der hohe Finanzierungsbedarf für das Epanko-Projekt verunsichern die Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch trotz neuer Abnahmeverträge
  • Finanzierungslücke bei Epanko-Projekt
  • Liquidität reicht nur für zwei Quartale
  • Abnahmemenge soll sich verdoppeln

Am Freitag zählte die Aktie von EcoGraf am australischen Markt zu den deutlichen Verlierern. Dieser Abwärtsdruck setzt sich am heutigen Montag vorbörslich mit einem Minus von 8,0 Prozent fort, wodurch der Kurs auf 0,1648 Euro sinkt.

Die negative Marktreaktion folgt überraschend auf operative Fortschritte, die das Unternehmen erst am Mittwoch bekannt gegeben hatte. Während die Vermarktung des Epanko-Projekts voranschreitet, rücken die begrenzten Cash-Reserven und der hohe Finanzierungsbedarf in den Fokus der Anleger.

Großaufträge für den europäischen Markt

Das Unternehmen sicherte sich Mitte der Woche eine signifikante Ausweitung seiner bestehenden Abnahmevereinbarungen. Ein etablierter europäischer Graphithändler verpflichtete sich in einem verbindlichen Term Sheet, die jährliche Abnahmemenge nach fünf Produktionsjahren auf 40.000 Tonnen zu verdoppeln. Die Vereinbarung umfasst eine Laufzeit von zehn Jahren und sieht eine Preisuntergrenze vor, was die Stabilität der künftigen Erlöse erhöhen soll.

Zusammen mit dem bereits bestehenden Vertrag mit ThyssenKrupp hat EcoGraf damit Lieferverpflichtungen über insgesamt 40.000 Tonnen jährlich nach Europa unterzeichnet. Dies entspricht einer Auslastung von etwa 55 Prozent der geplanten Anfangskapazität.

Die Unternehmensführung sieht in der floor-price-Struktur des neuen Abkommens einen wichtigen Baustein für die anstehenden Finanzierungsgespräche, da diese einen gewissen Schutz gegen sinkende Rohstoffpreise bietet.

Finanzierungslücke belastet Projektfortschritt

Trotz dieser Erfolge bei der Absatzsicherung reagierte der Markt mit Skepsis. Seit Jahresbeginn büßte der Wert bereits 24 Prozent an Boden ein. Der Grund für die Zurückhaltung liegt in der Bilanz: Zum Ende des Juni-Quartals verfügte EcoGraf über Barmittel von 3,8 Millionen Australischen Dollar.

Bei einem zuletzt verzeichneten vierteljährlichen Mittelabfluss von 2,4 Millionen Australischen Dollar für Betrieb und Exploration verringert sich der finanzielle Spielraum zusehends. Medienberichten zufolge reicht die vorhandene Liquidität für weniger als zwei Quartale.

Die Realisierung des Epanko-Projekts in Tansania erfordert jedoch massive Investitionen. Die im Februar aktualisierte Machbarkeitsstudie kalkuliert für den Bau der Mine mit einem Kapitalbedarf von über 180 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen notwendige Aufwendungen für Umsiedlungsmaßnahmen in Höhe von 18,1 Millionen US-Dollar. Das Projekt ist darauf ausgelegt, jährlich 73.000 Tonnen Graphit zu produzieren und weist eine interne Verzinsung von 31,1 Prozent auf.

Angesichts dieser Summen steht EcoGraf unter erheblichem Zeitdruck, ein umfassendes Finanzierungspaket abzuschließen. Die aktuelle Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider.

Das Papier notiert derzeit 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Oktober des vergangenen Jahres erreicht wurde. Anleger warten nun auf konkrete Signale zur Schließung der Finanzierungslücke, um das Potenzial der gesicherten Abnahmeverträge wirtschaftlich nutzen zu können.

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