EHang Holdings Aktie: 600-Millionen-Prognose gestrichen
EHang zieht seine Jahresprognose wegen Verzögerungen bei Genehmigungen und eines tödlichen Absturzes zurück. Die Aktie verliert deutlich.

- Umsatzprognose für 2026 komplett gestrichen
- Tödlicher Absturz in Peking als Auslöser
- Quartalsumsatz verdreifacht, aber Jahresvergleich negativ
- Internationale Expansion als Ausgleichsstrategie
Der chinesische Flugtaxi-Pionier EHang hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 vollständig zurückgenommen. Als Hauptgründe für diesen Schritt nannte das Unternehmen Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungen in China sowie Berichte über einen folgenschweren Zwischenfall. Diese Nachricht belastete den Kurs deutlich, wobei das Papier gestern bei 4,17 Euro aus dem Handel ging.
Umsatzziel von 600 Millionen RMB zurückgenommen
Die Entscheidung, die ursprüngliche Umsatzprognose von 600 Millionen RMB zu streichen, folgt auf zunehmende regulatorische Hürden im Heimatmarkt. Wie Caixin Global berichtet, haben strengere Auflagen der Behörden den geplanten kommerziellen Start in mehreren Regionen verzögert. Auslöser für die verschärfte Aufsicht war offenbar ein tödlicher Absturz eines Fluggeräts in Peking.
Besonders betroffen von den Verzögerungen ist das Projekt in Hefei, wo die kommerziellen Fluggenehmigungen später als erwartet erteilt werden dürften.
CEO Hu Huazhi bezeichnete die aktuelle Situation in einer Mitteilung als „kurzfristigen Schmerz“, betonte jedoch, dass dies die langfristige Vision des Unternehmens für den urbanen Luftverkehr nicht beeinträchtige. Die Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider: Die Aktie verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen einen Rückgang von 11 Prozent.
Operative Entwicklung und Quartalszahlen im Detail
Trotz der regulatorischen Rückschläge zeigten die am Dienstag vorgelegten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 eine operative Belebung gegenüber dem Jahresstart. Der Umsatz belief sich auf 77,9 Millionen RMB, was einer Verdreifachung im Vergleich zum ersten Quartal entspricht.
Im Vorjahresvergleich sanken die Erlöse jedoch um rund 31 Prozent. Das Unternehmen lieferte im Berichtszeitraum insgesamt 36 autonome Luftfahrzeuge (AAVs) aus, darunter 35 Einheiten der EH216-Serie und ein Modell des Typs VT-35.
Die Bruttomarge blieb mit 61,2 Prozent auf einem stabil hohen Niveau. Unter dem Strich verbuchte EHang nach Rechnungslegungsstandard GAAP einen Nettoverlust von 128 Millionen RMB. Der bereinigte Nettoverlust, der bestimmte Sondereffekte ausklammert, belief sich auf 58,5 Millionen RMB, was eine Verbesserung gegenüber dem Fehlbetrag von 75,6 Millionen RMB aus dem ersten Quartal darstellt.
Finanzielle Basis und internationale Expansionsschritte
Um die Wartezeit bis zur kommerziellen Vollauslastung zu überbrücken, setzt EHang verstärkt auf die internationale Expansion und alternative Einnahmequellen. Das Unternehmen ist mittlerweile in 23 Ländern präsent und startete zuletzt ein „Global Fast Track“-Programm. In Thailand und Hongkong nutzt der Konzern regulatorische Sandbox-Programme, um Testflüge und Zertifizierungsprozesse voranzutreiben.
Ein positiver Impuls kam zuletzt aus dem Segment der Luftbildmedien, dessen Umsatz im Jahresvergleich um 270 Prozent zulegte. Finanziell verfügt das Unternehmen mit Barmitteln und kurzfristigen Anlagen in Höhe von 929,4 Millionen RMB über ein Polster für den weiteren Betrieb.
Dennoch bleibt der Abstand zum Kapitalmarkt groß: Der aktuelle Kurs notiert rund 46 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Analysten bewerten die Lage derzeit gespalten; Medienberichten zufolge stehen zwei Verkaufsempfehlungen und zwei Halte-Einstufungen einer Kaufempfehlung gegenüber.
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