Ehlebracht AG nimmt Abschied von der Börse, was geschieht mit den Aktien?

Auf der gestrigen Hauptversammlung wurde die Verschmelzung der Ehlebracht AG mit der Ehlebracht Holding AG beschlossen. Mit diesem Schritt wird gleichzeitig die Notierung an der Börse beendet.

 

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Für die verbliebenen Altaktionäre stellte sich damit die Frage, was mit Ihren Aktien geschehen soll. Der Anteil dieser liegt bei rund 9,9% des Grundkapital der Engeraner AG. Der verbleibende Anteil von mehr als 90% ist bereits im Besitz der Holding.

Beschlossen wurde, dass die Anteile der Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung von 3,82 Euro je Aktie auf die Holding übertragen werden. Begonnen wird damit Schritt für Schritt nach Wirksamwerden des Beschlusses durch Eintrag in das Handelsregister.

Grundlage für den Beschluss war die Möglichkeit eines so genannten verschmelzungsrechtlichen Squeeze Out. Dieser ist nur möglich, wenn ein Aktionär mehr als 90% des Grundkapitals hält. Diese Voraussetzung wurde von der Holding erfüllt.

 

Expansion macht sich für Ehlebracht bezahlt

Ehlebracht fertigt u. a. Kunststoff-Technik. Ihren Einsatz finden diese in Haushaltsgeräten ebenso wie in der Elektro- und Automobilindustrie. Aber auch als Möbelzulieferer ist der Konzern tätig. Neben Lichtsystemen gehört diverses Zubehör für die Möbelindustrie und den Laden- und Innenausbaubereich zum Programm.

Neben vier Gesellschaften in Deutschland ist man auch in der Slowakei und China vertreten. Dabei fungiert die chinesische Gesellschaft Elektra Industrial China derzeit als Wachstumstreiber im Konzern.

Aufwendungen drücken das Ergebnis

Das letzte Geschäftsjahr wurde mit einem deutlichen Wachstum beendet. Die Umsatzerlöse erreichten dabei nach 82,1 Mio. Euro im Jahr zuvor 100,8 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis wurde von 4,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 6 Mio. Euro gesteigert. Dies gehörte zu den besten Ergebnissen in der Unternehmensgeschichte.

Für 2014 erhalten die Aktionäre eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie. Dies ergibt bei heutigem Aktienkurs eine Rendite von 2,49%. Allerdings lag der Konzern damit unter der für 2013 gezahlten Dividende von 0,11 Euro je Aktie.

Auch im 1. Quartal dieses Jahres konnte Ehlebracht den Umsatz von 23,2 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 24,7 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 1 Mio. Euro jedoch unter dem des Vorjahresquartals mit 1,6 Mio. Euro.

Der Ausbau des Standortes in China und Aufwendungen für die dortige Neupositionierung drückten hier nach unten. Gleichzeitig sind ab dem 2. Quartal konjunkturelle Schwächen in Deutschland spürbar. Die ausländischen Gesellschaften liegen bisher im Plan und konnten gegenüber dem Vorjahr Zuwächse verzeichnen.

 

Enttäuschung der Aktionäre

Nach den Geschäftszahlen für das vergangene Jahr feierte der Markt. Die Aktie stieg kontinuierlich und setzte neue Maßstäbe.

150717 Ehlebracht

Danach folgte die Ernüchterung. Kein Wunder, die Pläne für die Verschmelzung des Unternehmens und dem damit geplanten Rückzug vom Börsenparkett kamen bei den Altaktionären nicht besonders gut an. Die Enttäuschung ist mit Blick auf den Chart deutlich sichtbar.

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