Elbit Systems Aktie: Quartalszahlen am 11. August

Elbit Systems legt Q2-Zahlen vor: 30 Mrd. USD Auftragsbestand, 4.000 neue Stellen geplant. Trotz Boykotten wächst der Rüstungskonzern.

Die Kernpunkte:
  • Q2-Bilanz am 11. August erwartet
  • Rekordauftragsbestand von 30 Mrd. USD
  • 4.000 neue Mitarbeiter geplant
  • Aktie steigt um 6,06 Prozent

Elbit Systems blickt auf eine ereignisreiche Woche: Während das Unternehmen am kommenden Dienstag, den 11. August, seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal vorlegt, festigte der israelische Rüstungskonzern zuletzt seine personelle und strategische Basis. Auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch bestätigten die Aktionäre sämtliche Beschlussvorlagen der Unternehmensführung. Dies umfasst sowohl die Wiederwahl der Board-Mitglieder als auch die Bestätigung von Ernst & Young (Kost, Forer, Gabbay & Kasierer) als Wirtschaftsprüfer.

Massive Expansion und volle Orderbücher

Um den massiven Auftragsbestand von über 30 Milliarden US-Dollar abzuarbeiten, hat CEO Butzi Machlis eine signifikante Expansion angekündigt. Im laufenden Gesamtjahr sollen rund 4.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden, wovon bereits die Hälfte im ersten Halbjahr rekrutiert wurde. Diese Kapazitätserweiterung ist eine direkte Reaktion auf die hohe Nachfrage, die sich unter anderem in Großaufträgen aus den USA widerspiegelt. Medienberichten zufolge sicherte sich die US-Tochtergesellschaft Elbit Systems of America Aufträge der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde im Volumen von mehr als 370 Millionen US-Dollar, die eine Laufzeit bis Mai 2029 haben.

Strategisch setzt Elbit zudem auf Kooperationen in Europa. Bereits im Juni schloss das Unternehmen eine Partnerschaft mit Diehl Defence ab, um das „SkyStriker“-System gemeinsam für die Bundeswehr zu vermarkten. Diese Allianzen gewinnen an Bedeutung, da der Konzern seine internationale Präsenz trotz eines komplexer werdenden politischen Umfelds weiter ausbauen will.

Herausforderungen und diplomatische Spannungen

Trotz der gefüllten Orderbücher sieht sich Elbit mit politischem Gegenwind konfrontiert. Das irische Verteidigungsministerium schloss das Landesystem „FalconEye“ für den neuen Regierungsjet Dassault Falcon 6X aus. Wie das Nachrichtenportal „The Media Line“ berichtet, beruht diese Entscheidung auf einer Boykott-Richtlinie der irischen Regierung gegen israelische Rüstungsgüter. Parallel dazu formiert sich internationaler Protest: In Kanada plant eine Koalition für den kommenden Donnerstag einen koordinierten Aktionstag gegen Zulieferer des Konzerns, um einen Abbruch der Geschäftsbeziehungen zu erzwingen.

In Großbritannien sorgt zudem ein juristischer Präzedenzfall für Aufsehen. Ein Richter ordnete laut Al Jazeera eine Anhörung an, um zu prüfen, ob Sachbeschädigungen durch Aktivisten an einer Elbit-Anlage aus dem Jahr 2024 als terroristische Straftaten eingestuft werden können. Auf der anderen Seite eröffnen sich neue Absatzmärkte im Nahen Osten. Laut Berichten der „Times of Israel“ belegen geleakte Dokumente Verhandlungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten über den Verkauf von Hermes-900-Drohnen sowie strategischen Überwachungssystemen.

Starke Performance im Vorfeld der Zahlen

An der Börse spiegelte sich die operative Dynamik zuletzt in einer positiven Kursentwicklung wider. Mit einem Schlusskurs von 744,00 € am Freitag verzeichnete das Papier eine Steigerung von 6,06 % innerhalb der letzten sieben Tage. Seit Beginn des Jahres hat der Wert damit bereits um 47,91 % zugelegt. Dieser Aufwärtstrend wird auch durch technische Indikatoren gestützt; der Titel notiert aktuell 18,82 % über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Anleger warten nun gespannt auf die detaillierte Bilanz des zweiten Quartals, die am Dienstag Aufschluss über die Profitabilität des hohen Auftragsbestands geben wird.

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