Eli Lilly Aktie: 18 von 18 bei KLN-1010
Eli Lilly präsentiert auf der ASCO-Tagung vielversprechende Krebsdaten und treibt mit Milliardenübernahmen die Pipeline voran.

- 18 von 18 Patienten ohne Tumorreste
- GLP-1 senkt Brustkrebsrisiko um 35%
- Acht Übernahmen für über 10 Milliarden
- Umsatzplus von 55,5% im ersten Quartal
Auf der ASCO-Jahrestagung in Chicago liefert Eli Lilly gerade einen Datenpunkt, der selbst erfahrene Onkologen aufhorchen lässt: 18 von 18 behandelten Patienten mit Multiplem Myelom zeigten nach einem Monat keine messbare Resterkrankung mehr. Dahinter steckt KLN-1010, ein in-vivo-CAR-T-Kandidat aus der im Mai für rund 7 Milliarden Dollar übernommenen Kelonia.
Immunonkologie und GLP-1 als Krebsschutz
Die Kelonia-Daten sind der spektakulärste Einzelbefund — aber nicht der einzige. Beobachtungsstudien mit mehr als 100.000 Teilnehmern deuten darauf hin, dass GLP-1-Präparate wie Zepbound und Mounjaro das Brustkrebsrisiko um bis zu 35 Prozent senken und das Gesamtüberleben bei sechs Tumortypen verbessern könnten, darunter Lungen-, Darm- und Nierenkrebs. Das verleiht dem Adipositas-Portfolio eine onkologische Dimension, die bislang kaum eingepreist war.
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Acht Deals in fünf Monaten
Hinter der Datenlage steckt eine Akquisitionsstrategie, die in der Branche ihresgleichen sucht. Allein in den ersten fünf Monaten 2026 flossen mehr als 10 Milliarden Dollar an Vorauszahlungen in acht Übernahmen und Partnerschaften — mit einem Gesamtpotenzial von bis zu 25 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr investierte Lilly rund 4 Milliarden Dollar, verteilt auf etwa 40 kleinere Transaktionen.
Der Fokus hat sich klar verschoben: weg von frühen Forschungsprojekten, hin zu Kandidaten in mittleren und späten klinischen Phasen. Neben Kelonia zählen dazu Deals mit Centessa (bis zu 7,8 Mrd. Dollar) und Ajax (2,3 Mrd. Dollar) sowie drei private Impfstoffentwickler. Frischestes Beispiel ist eine Allianz mit Ascidian Therapeutics im Wert von bis zu 1,9 Milliarden Dollar — Ziel ist RNA-Exon-Editing bei seltenen Nierenerkrankungen, ein Ansatz, der defekte Gene auf RNA-Ebene korrigiert, ohne die DNA dauerhaft zu verändern.
Finanzielle Rückendeckung
Die Mittel für diese Expansion kommen aus einem starken Jahresstart. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um 55,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 8,55 Dollar deutlich über den Erwartungen von 6,97 Dollar. Zepbound allein steuerte rund 4,2 Milliarden Dollar bei — ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 935 Euro und damit knapp 5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 985 Euro. Analysten bewerten den Titel im Konsens mit „Moderate Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von umgerechnet rund 1.227 Dollar. Mit einer Marktkapitalisierung um die Billion Dollar ist Lilly längst in einer Liga, in der nur noch wenige Pharmawerte mitspielen. Die ASCO-Daten zu KLN-1010 dürften die nächste Bewertungsdiskussion früher auslösen als geplant.
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