Eli Lilly Aktie: Eloralintid-Kombi senkt Gewicht stärker

Studien zeigen Risikoreduktionen mit Orforglipron und stärkeren Gewichtsverlust durch Eloralintid plus Tirzepatid; Phase 3 ist geplant.

Die Kernpunkte:
  • Orforglipron senkt berechnete Diabetesrisiken
  • Blutzucker sinkt um rund 2,2 Prozentpunkte
  • Kombination erzielt 23,3 Prozent Gewichtsverlust
  • Phase-3-Studien sollen im Schlussquartal starten

Welche Präparate sichern das langfristige Wachstum von Eli Lilly nach den ersten Erfolgen der aktuellen Inkretin-Therapien? Der US-Pharmakonzern untermauert seine Stellung im Markt für Stoffwechselmedizin mit neuen Studiendaten zu oralen und kombinierten Behandlungsansätzen.

Neben dem bereits zugelassenen oralen Wirkstoff Orforglipron rückt dabei vor allem die nächste Generation der Entwicklungspipeline in den Fokus der Anleger. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 1.015,80 Euro.

Orforglipron dämpft rechnerische Krankheitsrisiken

Im Mittelpunkt der jüngsten Auswertungen steht eine Analyse der Phase-3-Studie ATTAIN-1 mit mehr als 3.000 übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen. Bei Gabe der Höchstdosis des oralen Wirkstoffs Orforglipron sank das prognostizierte Zehnjahresrisiko für Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Placebo um 57 Prozent. Zugleich verringerte sich das berechnete Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 18 Prozent.

Die Ergebnisse unterstreichen das therapeutische Potenzial des Wirkstoffs, der als tägliche Tablette ohne Einschränkungen bei Nahrung oder Flüssigkeit eingenommen wird. Da es sich bei den Berechnungen um statistische Risikomodelle und nicht um beobachtete klinische Ereignisse handelt, bedürfen die langfristigen kardiovaskulären Effekte weiterer Bestätigung. Der Konzern untersucht diese Zusammenhänge in separaten Endpunktstudien.

Auch in der Behandlung von Diabetes lieferte die Substanz messbare Fortschritte. In der Phase-3-Studie ACHIEVE-3 verringerte die höchste Dosis den Blutzuckerwert um rund 2,2 Prozentpunkte, während das Körpergewicht der Teilnehmenden im Schnitt um etwa 9 Kilogramm sank. Auf Basis dieser Daten plant das Unternehmen weitere Zulassungsanträge für die Indikation Diabetes.

Amylin-Kombination erweitert die Pipeline

Parallel zur Weiterentwicklung der Tablettenform forciert Eli Lilly die nächste Generation injizierbarer Therapien. Eine Phase-2-Studie untersuchte das Amylin-Analogon Eloralintid in Kombination mit dem etablierten Wirkstoff Tirzepatid bei Patienten mit Adipositas und Typ-2-Diabetes. Nach 48 Wochen erzielte die höchste Kombinationsdosis einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 23,3 Prozent, während Tirzepatid allein zu 14,8 Prozent führte.

Der neuartige duale Wirkansatz soll die Gewichtsreduktion vertiefen und das Wirkspektrum über klassische GLP-1-Rezeptoren hinaus erweitern. Allerdings traten unter der kombinierten Behandlung auch vermehrt Magen-Darm-Nebenwirkungen auf, die bei einem Teil der Probanden zum vorzeitigen Abbruch führte.

Die klinischen Phase-3-Studien für diese Kombination sollen noch im laufenden Schlussquartal anlaufen. Analyst David Risinger vom Analysehaus Leerink misst dem Programm erhebliche kommerzielle Relevanz bei: Er prognostiziert für Produkte auf Basis von Eloralintid bis Ende 2035 einen weltweiten Jahresumsatz von 23,2 Milliarden US-Dollar. Eine Markteinführung der Kombination erwartet er ab dem Jahr 2030.

Eli Lilly baut bei diesen Forschungsinitiativen auf einem starken operativen Fundament auf. Die beiden Kassenschlager Mounjaro und Zepbound erzielten im jüngsten Quartal zusammen einen Umsatz von über 14 Milliarden US-Dollar und sichern dem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung.

Mit einer Marktkapitalisierung von 905,14 Milliarden Euro gehört der Konzern zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Über die vergangenen zwölf Monate verzeichnete das Papier ein Kursplus von 41 Prozent.

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