Eli Lilly Aktie: Foundayo reißt die Umsatzlatte
Bereinigt um Vertriebslager stieg die US-Nachfrage deutlich; Wegovy liegt bei den gesamten Wochenrezepten weiterhin vorn.

- Quartalsumsatz verfehlte Analystenschätzung
- US-Nachfrage über 120 Millionen US-Dollar
- Neustarterzahl gegenüber Vorquartal verdoppelt
- FDA-Entscheidung zu Typ-2-Diabetes erwartet
Eli Lillys Adipositaspille Foundayo gewinnt Patienten, bleibt beim Umsatz aber hinter den Erwartungen zurück. Im dritten Quartal 2026 erzielte das Präparat 184 Mio. US-Dollar statt der von Analysten erwarteten 217 Mio. US-Dollar. Entscheidend für Anleger ist deshalb die Unterscheidung zwischen verbuchten Verkäufen und tatsächlicher Nachfrage: Anfängliche Lagerbestände im Vertrieb verzerren den Vergleich mit dem Vorquartal.
Nachfrage stärker als der Umsatzvergleich
Der Foundayo-Umsatz legte gegenüber dem Vorquartal um 88 % zu. Nach Angaben des Lilly-Finanzchefs entfielen allerdings rund 30 Mio. US-Dollar des vorherigen Quartalsumsatzes auf den anfänglichen Bestandsaufbau im Vertrieb. Dieser Effekt erhöhte die Vergleichsbasis.
Ohne diese Lagerbestände stieg die US-Nachfrage von etwa 37 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal auf mehr als 120 Mio. US-Dollar im dritten Quartal. Beide Angaben beziehen sich auf 2026. Das spricht für eine deutlich stärkere Nachfrageentwicklung, als der reine Umsatzvergleich erkennen lässt.
Die Unterschreitung der Analystenerwartungen verschwindet dadurch nicht. Für die Beurteilung des Markthochlaufs ist jedoch wichtig, ob zusätzliche Verkäufe bei Patienten ankommen oder zunächst in den Vertriebskanälen liegen. Die bereinigte Betrachtung liefert hier ein günstigeres Bild für Lilly.
Auch bei neuen Patienten gewann Foundayo hinzu. Die Zahl der US-Neustarter verdoppelte sich gegenüber dem Vorquartal. Rund 40 % der amerikanischen Patienten, die neu mit einem oralen Adipositasmittel begannen, entschieden sich für das Präparat.
Wegovy bleibt bei Rezepten vorn
Die wachsende Nachfrage bedeutet noch keine Führungsposition im Markt für orale Präparate. Bei den gesamten Verschreibungen liegt die Wegovy-Pille weiterhin deutlich vor Foundayo. Der Anteil an neuen Patienten und der Anteil an allen Rezepten beschreiben unterschiedliche Größen.
Nach IQVIA entfielen in der vergangenen Woche 63.110 US-Rezepte auf Foundayo. Die Wegovy-Pille erreichte im selben Zeitraum rund 183.000 Wochenrezepte. Anfang Oktober hatte Foundayo mit 64.268 Verschreibungen bereits einen höheren Wochenwert verzeichnet.
Damit zeigt sich ein gemischtes Bild: Lilly gewinnt neue Patienten und baut die Nachfrage aus. Die jüngsten Rezeptzahlen belegen aber noch keine kontinuierliche Beschleunigung. Für Anleger zählt deshalb nicht allein die Dynamik seit der Einführung, sondern auch die Entwicklung gegenüber dem etablierten Wettbewerber.
Preisdruck erhöht die Bedeutung des Absatzes
Foundayos Markthochlauf fällt in eine Phase, in der Lilly insgesamt deutlich mehr Medikamente zu niedrigeren Preisen verkauft. Das gesamte Absatzvolumen stieg im dritten Quartal 2026 um 53 %, während die realisierten Preise um 15 % sanken. Der Konzernumsatz wuchs dennoch um 39 %.
Mehr Absatz kann den Preisdruck somit abfedern. Zugleich erhöht diese Entwicklung die Bedeutung einer breiteren Patientenbasis. Bei Foundayo müssen sich die zusätzlichen Verordnungen in weiter steigenden Verkäufen niederschlagen, damit die Umsatzentwicklung den hohen Erwartungen näherkommt.
Ein weiterer möglicher Impuls ist die erwartete FDA-Entscheidung zur Anwendung von Foundayo bei Typ-2-Diabetes im vierten Quartal 2026. Eine Zulassung ist damit noch nicht gesichert. Bis dahin liefern vor allem Verschreibungen, Patientenzuwachs und die Entwicklung ohne Lageraufbaueffekte die entscheidenden Hinweise auf die Stärke des Markthochlaufs.
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