Eli Lilly Aktie: Großartige Geschäftsentwicklung!

Eli Lilly nutzt seine starke Marktposition, um durch eine mögliche Akquisition von Abivax sein Portfolio in der Immunologie zu erweitern und die Abhängigkeit von GLP-1-Therapien zu verringern.

Die Kernpunkte:
  • Übernahmegespräche mit französischer Biotech-Firma Abivax
  • Strategische Erweiterung der Immunologie-Pipeline
  • Finanzierung durch starke GLP-1-Erlöse
  • Aktienkurs nahe am Jahreshoch notiert

Eli Lilly nutzt seinen aktuellen Höhenflug, um das Geschäft breiter aufzustellen. Im Zentrum steht nun ein mögliches Übernahmeangebot für die französische Biotech-Firma Abivax – und damit der Einstieg in ein neues Schwergewicht in der Immunologie. Für Anleger stellt sich vor allem eine Frage: Wie stark würde eine solche Transaktion das Profil von Eli Lilly verändern?

Gespräche mit Paris und Abivax

Am Montag wurden Berichte bekannt, wonach Eli Lilly konkrete Schritte zur Prüfung einer Übernahme von Abivax eingeleitet hat. Laut der französischen Publikation La Lettre trafen sich Vertreter des Konzerns bereits Anfang Dezember mit Beamten des französischen Finanzministeriums, um den regulatorischen Rahmen für einen möglichen Deal auszuloten.

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Hintergrund: Ausländische Übernahmen gelten in Frankreich bei bestimmten Technologie- und Gesundheitswerten als politisch sensibel und sind oft genehmigungspflichtig. Das frühzeitige Gespräch mit der Behördenseite deutet daher auf eine ernsthafte Vorbereitung hin, auch wenn Eli Lilly die Pläne bis Montagnachmittag nicht offiziell bestätigt hat.

An der Börse sorgte die Meldung vor allem bei Abivax für Bewegung: Die Aktie des möglichen Zielunternehmens legte im europäischen Handel rund 16 % zu. Die Papiere von Eli Lilly selbst reagierten dagegen gelassen und tendierten nahe ihrem Rekordbereich seitwärts.

Kern der Spekulation ist der Wirkstoff Obefazimod, der Leitkandidat von Abivax zur Behandlung von Colitis ulcerosa. Das Medikament hatte im Juli 2025 positive Phase‑3-Daten geliefert und gilt damit als späte, vergleichsweise risikoärmere Pipeline-Ergänzung – genau nach solchen Assets suchen derzeit viele Pharmariesen.

Erweiterung der Pipeline: Mehr als Adipositas

Strategisch würde eine Abivax-Übernahme einen spürbaren Akzent setzen. Eli Lilly dominiert aktuell den Markt für GLP‑1‑Therapien zur Behandlung von Diabetes und Adipositas, insbesondere mit Mounjaro und Zepbound. Diese Produkte haben dem Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 962 Milliarden US‑Dollar beschert – zugleich wächst aber der Druck, sich nicht zu stark auf ein einziges Segment zu verlassen.

Die Immunologie-Pipeline zu stärken, wäre ein logischer Schritt, um:

  • Abhängigkeit von der Metabolik-Sparte zu reduzieren
  • zusätzliche, spätere Umsatzquellen für die Zeit nach wichtigen Patentabläufen zu schaffen
  • gegenüber Wettbewerbern wie Novo Nordisk breiter aufgestellt zu sein, die stärker im Stoffwechselbereich bleiben

Hinzu kommt, dass Eli Lilly den Expansionskurs bereits untermauert hat: Erst Anfang Dezember wurde die Übernahme von Adverum Biotechnologies abgeschlossen. Zusammen mit den Gesprächen rund um Abivax zeichnet sich eine deutlich offensivere M&A-Strategie ab, finanziert aus den hohen Zuflüssen der GLP‑1‑Produkte.

Partnerschaften und Kapitalmarkt-Signale

Parallel zu den Abivax-Schlagzeilen gab es weitere Meldungen, die die strategische Stoßrichtung von Eli Lilly verdeutlichen. Das Biotech-Unternehmen Aktis Oncology hat am Montag einen Börsengang beantragt, um ein Radiopharma-Portfolio zu finanzieren, das in enger Partnerschaft mit Eli Lilly entwickelt wird. Der Konzern kombiniert damit Zukäufe mit kooperativen Modellen, um sich in der Onkologie langfristig zusätzliche Umsatzquellen zu sichern.

Auch von institutioneller Seite kamen frische Daten, die auf Vertrauen in den aktuellen Kurs des Unternehmens hinweisen. So meldete Perpetual Ltd, seine Beteiligung an Eli Lilly im dritten Quartal um 82,4 % erhöht zu haben. Signal Advisors Wealth LLC stockte im gleichen Zeitraum um 32,9 % auf. Beide Bewegungen werden im Markt vor allem mit der starken operativen Entwicklung und den Fortschritten bei der Pipeline in Verbindung gebracht.

Ein Beispiel dafür ist der GLP‑1-Wirkstoff orforglipron, eine orale Variante, die nach einem erfolgreichen Phase‑3‑Programm (ATTAIN-MAINTAIN) zur Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht wurde. Gelingt hier eine schnelle Genehmigung, könnte Eli Lilly seine Position im stark wachsenden Adipositas-Markt weiter ausbauen.

Einordnung und Bewertung

Vor diesem Hintergrund erscheint das Interesse an Abivax als Teil einer größeren strategischen Linie: Eli Lilly nutzt die Erträge der Adipositas-Medikamente, um gezielt spätere Umsatzbringer in Immunologie und Onkologie zuzukaufen. Damit adressiert der Konzern frühzeitig die bekannten Risiken kommender „Patentklippen“ und die zunehmende Konkurrenz im GLP‑1-Markt.

Im Branchenkontext fügt sich der mögliche Deal in einen breiten Trend: Große Pharmaunternehmen suchen verstärkt nach späten Entwicklungsprojekten, um drohende Umsatzlücken gegen Ende des Jahrzehnts zu schließen. Anders als bei Novo Nordisk, das den Schwerpunkt klar im Metabolik-Bereich belässt, verteilt Eli Lilly sein Wachstum auf mehrere therapeutische Säulen.

Bewertungstechnisch spiegelt sich diese Strategie bereits im Kurs wider: Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 52,6 gehandelt, was eine hohe Erwartung an künftiges Wachstum und an eine erfolgreiche Umsetzung der Pipeline impliziert.

Aktuell notiert das Papier bei 914,20 Euro und liegt damit nur rund 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 959,50 Euro. Gleichzeitig zeigt der RSI mit 28,5 ein technisch eher überverkauftes Bild, während der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von über 27 % den insgesamt starken mittelfristigen Aufwärtstrend unterstreicht.

Blick nach vorn

In den kommenden Tagen richtet sich der Fokus auf mögliche offizielle Mitteilungen zu Abivax. Eine bestätigte Offerte, insbesondere mit klar kommunizierter Prämie und Struktur, dürfte kurzfristig für mehr Schwankung in der Aktie sorgen – abhängig auch davon, wie die französischen Behörden auf einen solchen Schritt reagieren.

Darüber hinaus steht bereits das nächste Wegmarke fest: Am 5. Februar 2026 legt Eli Lilly die nächsten Quartalszahlen und eine aktualisierte Prognose für 2026 vor. Bis dahin wird sich zeigen, ob der Konzern neben der starken GLP‑1-Basis tatsächlich weitere konkrete Wachstumspfeiler in Immunologie und Onkologie vertraglich absichern kann – etwa über eine Abivax-Transaktion oder Fortschritte bei orforglipron.

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