Eli Lilly Aktie: Retatrutide mit 28,3 Prozent Minus
Eli Lilly präsentiert überzeugende Abnehm-Studienergebnisse und tätigt Milliardenübernahmen. Zudem deuten Krebsdaten auf positive GLP-1-Effekte hin.

- Rekord-Gewichtsverlust in Phase-3-Studie
- Milliardenschwere Übernahme von Centessa Pharmaceuticals
- GLP-1-Wirkstoff senkt Brustkrebsrisiko
- Aktie nähert sich der Billionen-Dollar-Marke
28,3 Prozent Gewichtsverlust in 80 Wochen. Mit diesen klinischen Daten zum neuen Wirkstoff Retatrutide verschiebt Eli Lilly die Grenzen der Adipositas-Therapie. Der US-Pharmakonzern untermauert damit seine Ausnahmestellung und rückt an der Börse gefährlich nah an die magische Billionen-Dollar-Marke heran.
Beispiellose Studiendaten
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Phase-3-Studie TRIUMPH-1. Der getestete Triple-Agonist spricht drei verschiedene Rezeptoren an und liefert Ergebnisse, die bisher nur durch bariatrische Chirurgie erreichbar waren. In der höchsten Dosierung verlor fast die Hälfte der Probanden mindestens 30 Prozent ihres Körpergewichts.
Analysten werten diese Wirksamkeit als beispiellos. Allerdings hat die starke Wirkung ihren Preis. Rund elf Prozent der Teilnehmer in der höchsten Dosisgruppe brachen die Untersuchung aufgrund von Nebenwirkungen ab.
Milliarden für die Diversifizierung
Parallel dazu baut das Management das Portfolio jenseits der Blockbuster Mounjaro und Zepbound massiv aus. Für rund 7,8 Milliarden US-Dollar schluckt Eli Lilly den Entwickler Centessa Pharmaceuticals. Hinzu kommen weitere Zukäufe im Wert von fast vier Milliarden Dollar.
Der Fokus dieser M&A-Offensive liegt auf Impfstoffen und seltenen Erkrankungen. Das Unternehmen will sich breiter aufstellen, um die Abhängigkeit vom lukrativen, aber zunehmend umkämpften Abnehm-Markt zu reduzieren.
Unerwarteter Rückenwind aus der Onkologie
Ein weiterer Kurstreiber kommt aus der Krebsforschung. Auf der ASCO-Jahrestagung präsentierte Daten der University of Pennsylvania zeigen einen überraschenden Nebeneffekt der GLP-1-Präparate. Bei einer Untersuchung mit über 111.000 Frauen sank das Brustkrebsrisiko um rund 30 Prozent.
Weitere Studien deuten auf eine verlangsamte Progression bei Lungen- und Leberkrebs hin. Diese Erkenntnisse könnten die Verschreibungssicherheit und das Einsatzgebiet der Medikamente langfristig massiv erweitern.
Auf dem Weg zum Rekord
Finanziell ist der Konzern ohnehin auf Kurs. Nach einem Umsatzsprung von über 55 Prozent im ersten Quartal peilt das Management für 2026 Erlöse von bis zu 85 Milliarden Dollar an.
An der Börse honorierten Investoren diese Entwicklung zuletzt mit einem kräftigen Kursplus. Mit einem Schlusskurs von 968,50 Euro am Donnerstag trennen das Papier nur noch knapp zwei Prozent vom Allzeithoch. Ein Ausbruch über die bisherige Rekordmarke von 985,00 Euro rückt damit in unmittelbare Nähe.
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