Eli Lilly Aktie: Retatrutide senkt Gewicht um 70,3 Pfund

Eli Lilly überzeugt mit positiven Krebsstudien und starken Abnehm-Daten, die Aktie zeigt sich jedoch schwächer.

Die Kernpunkte:
  • Krebskombination senkt Risiko um 45 Prozent
  • Abnehm-Kandidat Retatrutide mit Rekord-Gewichtsverlust
  • Umsatzplus von über 55 Prozent im Quartal
  • Aktie trotz Erfolgen unter Druck

Gute Nachrichten aus dem Labor, dennoch leichte Verluste an der Börse. Die Eli-Lilly-Aktie schloss am Freitag bei 954,80 Euro – ein Minus von 0,38 Prozent. Auf die Woche gerechnet stehen sogar 3,02 Prozent im Minus. Dabei hatte der Pharmakonzern durchaus Positives zu vermelden.

Derweil notiert der Titel 8,54 Prozent unter seinem Rekordhoch von 1.044 Euro Anfang Juni. Gemessen am Vorjahr liegt das Papier aber immer noch 41,45 Prozent im Plus.

Krebsstudie mit klarem Signal

Eli Lillys Onkologiesparte liefert neue Hoffnung. Die Phase-3-Studie BRUIN CLL-322 zeigte: Die Kombination aus Jaypirca, Venetoclax und Rituximab senkt das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod um 45 Prozent. Betroffen sind Patienten mit refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) oder kleinzelligem Lymphom (SLL).

Das Unternehmen will nun Zulassungsanträge stellen. Ein wichtiger Schritt – Jaypirca könnte sich so ein neues Anwendungsfeld erschließen.

Abnehm-Kandidat mit Rekordwerten

Noch größer ist das Potenzial in der Stoffwechsel-Pipeline. Der Wirkstoff Retatrutide, ein Dreifach-Agonist, zeigte in der Phase-3-Studie TRIUMPH-1 beeindruckende Ergebnisse. Patienten in der 12-mg-Gruppe verloren über 80 Wochen durchschnittlich 70,3 Pfund – das sind 28,3 Prozent Körpergewicht.

Eli Lilly baut damit sein Portfolio jenseits der etablierten GLP-1-Medikamente aus. Ein strategisch kluger Zug, denn der Markt für Abnehmpräparate boomt.

Starke Finanzen, hitzige Bewertungsdebatte

Die Zahlen stimmen: Im ersten Quartal 2026 setzte Eli Lilly 19,8 Milliarden US-Dollar um – ein Plus von 55,55 Prozent zum Vorjahr. Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Moderate Buy“, uneinig sind sie sich jedoch, ob die hohe Bewertung gerechtfertigt ist. Zu groß sind die Risiken durch regulatorische Hürden und mögliche Verzögerungen in der Pipeline.

Die kommende Handelswoche wird zeigen, ob die positiven Studiendaten ausreichen, um die jüngste Kursschwäche zu bremsen.

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