Elisa Aktie: Platz-Schande beim Kundenscore?
Elisa integriert MTV Katsomo+ in passende Tarife und übernimmt PRO IT Teenused OÜ; SEB hält an der Kaufempfehlung fest.

- Letzter Platz bei finnischen Netzbetreibern
- MTV Katsomo+ für Neukunden integriert
- PRO-IT-Übernahme in Estland vollzogen
- SEB senkt Kursziel, Kaufempfehlung bleibt
Der finnische Telekommunikationskonzern Elisa sieht sich auf seinem Heimatmarkt mit Dämpfern bei der Kundenwahrnehmung konfrontiert. In der diesjährigen Mobilfunk-Studie des Marktforschungsinstituts EPSI Rating Finnland belegte das Unternehmen den letzten Platz unter den finnischen Netzbetreibern.
Bei Privatkunden erreichte Elisa einen Zufriedenheitswert von 60,0 Punkten, während das Geschäftskundensegment auf 60,8 Punkte kam. Das Unternehmen selbst verwies darauf, dass eine vorangegangene Unterbrechung bei der Übertragung von MTV-Sendern die Ergebnisse belastet haben könnte.
Content-Offensive und Übernahme in Estland
Um das Angebot für die Nutzerschaft wieder aufzuwerten, startete Elisa am 6. Oktober eine Erweiterung seines TV-Angebots. Der Streaming-Dienst MTV Katsomo+ wird seither für neue Abonnenten in berechtigte Tarife des Dienstes Elisa Viihde integriert. Für bestehende Kunden soll der Zugriff im Laufe des Oktobers schrittweise freigeschaltet werden. Damit reagiert der Konzern auf die jüngsten Spannungen rund um die Verbreitung der Programminhalte.
Parallel zum finnischen Kerngeschäft baut das Unternehmen seine Präsenz im Baltikum aus. Am 28. September erteilte die estnische Wettbewerbsbehörde die Genehmigung für die Übernahme des Dienstleisters PRO IT Teenused OÜ durch Elisa. Mit dem vollzogenen Zukauf stärkt die Gruppe ihre IT- und Serviceaktivitäten im Nachbarland.
Analystenurteil und anstehende Quartalszahlen
An den Finanzmärkten bleibt das Bild für den Telekomwert herausfordernd. Die Aktie notiert aktuell bei 34,64 Euro und liegt damit nur 1,8 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 34,04 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 7,9 Prozent.
Die Analysten der schwedischen Bank SEB passten ihre Erwartungen am 6. Oktober leicht an. Das Haus senkte sein Kursziel für den Titel von 41,50 Euro auf 41,00 Euro, bekräftigte jedoch gleichzeitig seine Kaufempfehlung. Nach Einschätzung der Experten bietet das aktuelle Bewertungsniveau trotz der operativen Reibungsverluste weiterhin Erholungspotenzial.
Klarheit über die finanzielle Verfassung und die operative Entwicklung erhalten Marktteilnehmer in Kürze. Am 21. Oktober legt Elisa den Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 vor. Die Veröffentlichung dürfte zeigen, inwieweit die Störungen im Fernsehbereich und die verhaltenen Kundenscores das Neukundengeschäft und die Ertragskraft im Sommerquartal tatsächlich beeinflusst haben.
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