ElringKlinger wächst schneller als der Markt, hält die Aktie mit?

Der Automobilzulieferer ElringKlinger lag im vergangenen Geschäftsquartal gut im Rennen. Insgesamt übertraf der Konzern bezogen auf das Wachstum das der internationalen Fahrzeugmärkte.

 

© ElringKlinger
© ElringKlinger

Besonders in den USA zogen die Umsätze an und auch innerhalb Europas verzeichnete der Konzern ein weiteres Anziehen der Nachfrage. Dabei profitierte besonders die Sparte Erstausrüstung von einer überproportional hohen Nachfrage, welche nur durch Sonderschichten und –frachten befriedigt werden konnte.

 

ElringKlinger mit höherem Umsatz, aber weniger Gewinn

Der Umsatz kletterte im 2. Quartal um 13,9% auf 379,7 Mio. Euro. Der organische Umsatz, ohne Akquisitions- und Wechselkurseffekte, stieg um 4,5%. Insgesamt 8,8 Mio. Euro an Umsatz ergaben sich aus der erstmaligen Einbeziehung der M&W Manufacturing Company.

Das bereinigte EBIT vor Zinsen und Steuern lag bei 39,6 Mio. Euro und damit 6,4% unter dem Wert des Vorjahresquartals, aber um 2,9 Mio. Euro über dem des 1. Quartals. Das Periodenergebnis nach Anteilen Dritter sank um 26,3% auf 21,0 Mio. Euro.

Belastungsfaktoren waren zum einen rund 5,0 Mio. Euro an höheren Kosten, bedingt durch vorgenannte Sonderschichten, und die Aufwertung des Schweizer Franken. Hier wurden durch den Konzern bereits entsprechende Maßnahmen zur Optimierung eingeleitet, mit denen eine schrittweise Verbesserung bis zum Jahresende erreicht werden soll.

Gleichzeitig gingen im letzten Quartal die Währungsgewinne des Konzerns zurück, nachdem man im Auftaktquartal aufgrund des schwachen Euro noch positive Währungseffekte verzeichnet hatte.

 

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Der Auftragseingang stieg im 2. Quartal um 14,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 435,1 Mio. Euro. Rechnet man die Zugänge durch den Kauf von M&W heraus, betrug der Anstieg noch 11% und damit 422,0 Mio. Euro. Der Auftragsbestand lag per Ende Juni auf einem Rekordniveau bei 786,2 Mio. Euro.

Bezogen auf das 1. Halbjahr stiegen die Konzernerlöse um 14,2% auf 751,1 Mio. Euro. Das organische Umsatzwachstum erreichte 5,1%. Beim bereinigten EBIT vor Kaufpreisallokationen erreichte ElringKlinger nach 85,3 Mio. Euro im Jahr zuvor nun 76,3 Mio. Euro. Die entsprechend Marge sank von 13,0% auf 10,2%. Das Finanzergebnis lag bei -3,0 Mio. Euro und das Ergebnis vor Ertragsteuern erreichte 70,7 Mio. Euro.

 

Prognose bekräftigt

Für das laufende Jahr rechnet ElringKlinger mit einem Wachstum der weltweiten Automobilproduktion im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Für China wird für die zweite Jahreshälfte mit einer deutlichen Abschwächung gerechnet, während für den europäischen Markt mit einer Erholung gerechnet wird.

Auf dieser Grundlage erwartet das Unternehmen für das gesamte Geschäftsjahr ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 7%, wobei die frühere M&W ca. 30,0 Mio. Euro zum Konzernumsatz beisteuern soll.

Belastend werden sich in diesem Jahr neben den beschriebenen Sonderkosten auch noch die unter dem Gruppendurchschnitt liegenden Ergebnisbeiträge der Akquisitionen und die noch nicht befriedigende Nachfrage im Bereich E-Mobility auswirken. Daher wird das um Einmaleffekte bereinigte EBIT vor Kaufpreisallokation bei rund 165 Mio. Euro erwartet.

 

Wird der Trend gebrochen?

Die Aktie von ElringKlinger konnte im gestrigen Tagesverlauf leichte Gewinne verbuchen. Grundlegend ändert das aber an dem anhaltenden Abwärtstrend leider nichts. Dieser hält seit Anfang Februar an und erst vor einigen Tagen markierten die Papiere ein neues Jahrestief bei 21,41 Euro.

150805 ElringKlinger

Damit scheint die Bodenbildung fürs Erste erfolgt zu sein. Auch wenn einige Kennzahlen unter den Werten des Vorjahres lagen, so ist ElringKlinger doch auf einem guten Weg. Analysten erwarten, dass der Konzern von der Absatzentwicklung in Europa profitieren sollte. Unterstützt werden sollte dies auch durch zahlreiche neue Produktanläufe unter dem Aspekt der CO2-Reduzierung.

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