Enapter Aktie: Saudi-Arabien als Türöffner

Der Auftrag über rund 0,5 Millionen Euro bringt Enapters Stack 25 erstmals in einer Kundenanlage zum Einsatz.

Die Kernpunkte:
  • Erster Enapter-Auftrag aus Saudi-Arabien
  • Bestellung im Wert von rund 0,5 Millionen Euro
  • Stack 25 erstmals beim Kunden eingesetzt
  • Inbetriebnahme für erstes Quartal 2027 vorgesehen

Enapter hat einen ersten Fuß in der Golfregion. Die Hamburger Wasserstoffschmiede meldet heute ihren ersten Auftrag aus Saudi-Arabien über einen Elektrolyseur der Multicore-Klasse. Das Volumen ist klein, die strategische Bedeutung womöglich größer.

Kleiner Auftrag, große Region

Der Auftrag über rund 0,5 Millionen Euro kommt von einem Hersteller von Spezial- und Industriegasen. Der Kunde will die Anlage direkt in seiner eigenen Produktion einsetzen. Abgewickelt wird das Geschäft über die italienische Tochter Enapter S.r.l.

Der AEM-Elektrolyseur leistet 240 Kilowatt und arbeitet mit zehn Stacks. Hinzu kommt eine Einheit zur Rückgewinnung und Reinigung des Sauerstoffs. Das ist für den Kunden entscheidend: Er verkauft nicht nur den Wasserstoff, sondern auch den Sauerstoff als hochreines Industriegas, jeweils mit einer Reinheit von 99,999 Prozent.

Die Anlage soll als kompakte Skid-Lösung in der Produktionshalle stehen und bis zu 50 Normkubikmeter Wasserstoff pro Stunde erzeugen. Abgefüllt wird das Gas in Druckflaschen mit 200 bar.

Neue Stack-Generation im Einsatz

Technisch bemerkenswert: Erstmals kommt hier laut Unternehmen der Stack 25 in einer Kundenanlage zum Einsatz, die aktuelle Stack-Generation. Sie erzeugt nach Firmenangaben mehr als das Zehnfache ihres Vorgängers und schafft über 10 Kilogramm Wasserstoff pro Tag. Die Stacks lassen sich einzeln ansteuern, die Produktion passt sich so dem Bedarf an.

CEO Jürgen Laakmann nennt Saudi-Arabien und die Golfregion „wichtige Wachstumsmärkte“. Das Land treibt im Rahmen der Vision 2030 die Dekarbonisierung seiner Industrie voran und investiert hohe Summen in erneuerbare Energien und Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

Ein einzelner Auftrag macht noch keinen Markt. Mit 0,5 Millionen Euro bleibt der Umsatzbeitrag überschaubar, zumal das Unternehmen zuletzt mit Wertminderungen und der Trennung von einem Vertriebspartner auch bilanziell zu kämpfen hatte. Als Referenzprojekt in einer kapitalstarken Region könnte die Bestellung jedoch Folgegeschäft erleichtern.

Die Inbetriebnahme beim Kunden ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Dann zeigt sich, wie die neue Stack-Generation im Dauerbetrieb unter den Bedingungen der Golfregion abschneidet.

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