Energy Fuels Aktie: US-Repräsentantenhaus untersucht Management

Energy Fuels steht wegen möglicher Insidergeschäfte unter Untersuchung, während ASM übernommen wurde und die Uranproduktion pausiert bleibt.

Die Kernpunkte:
  • US-Abgeordnete prüfen mögliche Insidergeschäfte
  • Management kaufte Aktien vor Ankündigung
  • ASM-Übernahme für 243,4 Millionen Dollar
  • Uranproduktion startet frühestens im vierten Quartal

Die Führungsebene von Energy Fuels gerät unter politischen Druck in den USA. Wie am Samstag bekannt wurde, haben hochrangige Mitglieder des Ausschusses für natürliche Ressourcen sowie des Unterausschusses für Aufsicht und Untersuchungen im US-Repräsentantenhaus eine formelle Untersuchung eingeleitet.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen CEO Ross Bhappu und der Verwaltungsratsvorsitzende Bruce Hansen. Der Vorwurf lautet auf möglichen Insiderhandel im Zusammenhang mit Aktiengeschäften im Juli 2026.

Formelle Ermittlungen gegen das Management

Hintergrund der Untersuchung sind Aktienkäufe, die das Management nur wenige Tage vor einer bedeutenden präsidialen Ankündigung zur Verkleinerung des Bears Ears National Monument in Utah tätigte.

Den Unterlagen des US-Repräsentantenhauses zufolge erwarb Ross Bhappu am 7. und 8. Juli insgesamt 74.000 Aktien auf dem freien Markt, während Bruce Hansen 4.000 Anteile kaufte. Die Abgeordneten prüfen nun, ob die Führungskräfte vorab Kenntnis von der Regierungsentscheidung hatten, die potenziell Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in der Region haben könnte.

Die Nachricht über die Ermittlungen fiel zeitlich mit einem deutlichen Kursrückgang zusammen. Im deutschen Handel verlor das Papier am Freitag 6,2 Prozent und schloss bei 12,68 Euro. Damit weitete sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom 14. Oktober weiter aus und liegt nun bei minus 48 Prozent.

Übernahme von ASM abgeschlossen

Abseits der juristischen Unwägbarkeiten vermeldete Energy Fuels am Freitag den erfolgreichen Abschluss der Übernahme von Australian Strategic Materials Limited (ASM). Für die Transaktion gab das Unternehmen 14.808.572 neue Stammaktien aus.

Der Gesamtwert der Übernahme belief sich auf rund 243,4 Millionen US-Dollar, wovon 217,2 Millionen Dollar auf die ausgegebenen Anteile und 26,2 Millionen Dollar auf Barzahlungen entfielen. Mit dem Vollzug der Fusion wurden die Aktien von ASM von der australischen Börse ASX genommen.

Die Übernahme gilt als strategischer Schritt zum Ausbau der Lieferkette für kritische Mineralien. Passend dazu gab Energy Fuels bereits am 19. August bekannt, dass sein in der White Mesa Mill produziertes Terbiumoxid die Qualifizierungsprüfungen eines großen japanischen Herstellers für Seltene-Erden-Magnete bestanden hat. Dies ermöglicht den künftigen Einsatz des Materials in kommerziellen Anwendungen.

Schwache Quartalszahlen und Produktionsstopp

Die jüngsten Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 zeichnen unterdessen ein durchwachsenes Bild der finanziellen Lage. Energy Fuels verbuchte einen Nettoverlust von 33,4 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,13 Dollar je Aktie. Damit verfehlte das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten deutlich.

Zwar stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um 496 Prozent auf 25,1 Millionen US-Dollar, blieb jedoch rund 20 Prozent hinter den Konsensprognosen zurück.

Zudem bestätigte das Management am Donnerstag, dass die Uranproduktionsanlagen in der White Mesa Mill weiterhin pausieren. Eine Wiederaufnahme der Produktion wird frühestens für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Diese Verzögerung trifft auf ein Marktumfeld, in dem die Uran-Spotpreise zuletzt leicht auf 88,87 US-Dollar pro Pfund stiegen. Branchenberichten zufolge stehen US-Versorgungsunternehmen vor einer wachsenden Deckungslücke, da deren vertragliche Absicherung bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 60 Prozent des Bedarfs sinken wird.

Anleger blicken nun auf den 2. November, an dem Energy Fuels die Finanzergebnisse für das dritte Quartal vorlegen will. Bis zum Jahresende ist zudem die Inbetriebnahme der erweiterten Korean Metals Plant geplant, die eine jährliche Kapazität von 3.600 Tonnen Neodym-Eisen-Bor-Legierungen erreichen soll.

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