Energy Vault Aktie: Eskom-Deal für Südafrika
Energy Vault baut mit Eskom einen Schwerkraftspeicher an einem stillgelegten Kohlekraftwerk. Die Aktie fällt trotzdem um fast acht Prozent.

- Kooperation mit Eskom vereinbart
- Schwerkraftspeicher an altem Kohlekraftwerk
- Nutzung von Kohleasche als Speichermaterial
- Aktie verliert deutlich an Wert
Energy Vault arbeitet künftig mit Eskom Holdings zusammen. Der Deal bringt das Unternehmen nach Südafrika. Die Speichertechnik kommt an einem stillgelegten Kohlekraftwerk zum Einsatz.
Konkret geht es um den Bau eines Gravity-Energiespeichers am Standort Hendrina in der Provinz Mpumalanga. Das System liefert 25 Megawatt Leistung bei vier Stunden Speicherdauer – insgesamt 100 Megawattstunden. Geplant ist eine Ausbaustufe auf bis zu vier Gigawatt.
Das ist aber nur der Anfang. Bis 2035 sollen in den 16 Staaten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) Speicher mit insgesamt vier Gigawattstunden Kapazität entstehen. Energy Vault will die Technik lizenzieren, gemeinsam mit Eskom weiterentwickeln und ausrollen.
Technische Besonderheit
Ein Teil des Speichermaterials stammt aus der Kohleverbrennung. Energy Vault nutzt eine gemeinsame Materialtechnologie, um Kohleasche wirtschaftlich wiederzuverwerten. Das macht zwei Dinge gleichzeitig: Es senkt die Kosten für das Speichermedium, und es hilft bei der Entsorgung von Bergbauabfällen.
Die Südafrikaner haben ein massives Stromproblem. Die staatliche Eskom betreibt ein überaltertes Kohlekraftwerksnetz, das regelmäßig ausfällt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an verlässlicher Stromversorgung. Speicher im großen Maßstab gelten als Schlüsseltechnologie, um erneuerbare Energien zu integrieren und das Netz zu stabilisieren.
Aktie unter Druck
An der Börse zeigt die Aktie einen schlechten Tag. Sie fällt um 7,81 Prozent auf 3,85 Euro. In den vergangenen sieben Tagen summiert sich das Minus auf 23,54 Prozent. Auf Jahressicht sieht es anders aus: Plus 410 Prozent. Das 52-Wochen-Tief lag bei 0,60 Euro, das Hoch bei 5,71 Euro.
Der Deal mit Eskom ist Teil einer größeren Strategie. Energy Vault baut ein eigenes Portfolio an Speicheranlagen auf und betreibt diese selbst. Erst im Mai schloss das Unternehmen den Kauf eines 850-Megawatt-Batteriespeicher-Portfolios in Japan ab. Hinzu kommen Anlagen für grünen Wasserstoff und KI-Infrastruktur.
Ob der Eskom-Deal den Kurseinbruch stoppen kann, bleibt abzuwarten. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen müssen, ob sich der operative Fortschritt auch in den Bilanzen niederschlägt. Derzeit liegt der RSI bei 43,3 – neutral, aber nah an der Verkaufszone.
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