Kolumne: Enorme Risiken an den Börsen

Noch am Donnerstagnachmittag hatte sich zunehmend Panik am Aktienmarkt breitgemacht, dass die Briten beim Referendum am 23. Juni für einen Austritt, genannt „Brexit“, aus der Europäischen Union stimmen könnten. Wegen der entstehenden Unsicherheit trüben sich die Konjunkturperspektiven nicht nur für England, sondern auch für Europa ein. Gleichzeitig haben die Investoren zusehends gegen den Euro spekuliert, denn sie befürchten, wenn ein Land aus der EU austritt, könnte ein anderes Land – wie Portugal, Spanien oder Italien – ebenfalls versuchen aus dem Euro auszutreten.

© Pixabay
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Entsprechend waren die Zinsaufschläge für portugiesische Anleihen gegenüber deutschen deutlich gestiegen. Ganz plötzlich kam dann aber die Trendwende am Aktienmarkt. Gestartet war sie, als England in der 90. Minute das 2 : 1 gegen Wales geschossen hatte. Als kurz darauf der Tod der ermordeten, pro-europäischen Labour-Abgeordneten Jo Cox bekannt geworden war, nahm die Rally am Aktienmarkt kräftig Fahrt auf. Denn die Investoren spekulieren, dass diese dramatische Entwicklung dazu führen könnte, dass sich die Briten in allerletzter Minute doch noch für einen Verbleib in der EU entscheiden könnten.

Enorme Risiken an den Börsen

Bemerkenswert ist aber, dass sich der US-Aktienmarkt von der Hoffnung in Europa nur wenig hat anstecken lassen. Gleichzeitig hat der Goldpreis nur minimal korrigiert bis auf 1.285 Dollar je Unze. Ich gehe daher weiterhin davon aus, dass die Briten am kommenden Donnerstag für den Brexit stimmen könnten, zumal es in Großbritannien schon lange eine unterschwellige Ablehnung Europas und der Brüsseler Bürokraten gibt.

Sollte meine Befürchtung Realität werden und sich die Briten tatsächlich für den Brexit entscheiden, dürften die Turbulenzen an den Börsen mit Wucht zurückkehren – zumal angesichts der Wahl in Spanien am 26. Juni – und der Goldpreis zügig auf neue Jahreshochs steigen.

Die obenstehende Kolumne ist ein Auszug aus dem Gold-Brief. Geschrieben von Gold-Experte Egmond Haidt, werden die Leser alle 2 Wochen kostenlos über die Entwicklungen bei Gold informiert! Kein Abo, keine Weitergabe der Daten!

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. MID Medieninformation und Dienstleistungen e. K. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Egmond Haidt ist gelernter Bankkaufmann und somit schon in jungen Jahren mit den Finanzmärkten in Kontakt gekommen. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Würzburg begann er im Jahr 2000 als Redakteur bei Börse Online. Im Zuge der Finanzkrise hat er sich im Jahr 2007 auf den Goldmarkt spezialisiert und befasst sich seither täglich mit der Materie. Daher setzte Herr Haidt bereits seit 2008 bis 2011 auf steigende Preise bei Gold.

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