EOS: 11,6 Prozent Sprung nach Übernahme-Abschluss
Electro Optic Systems wird durch MARSS-Integration zum Komplettanbieter für Drohnenabwehr und meldet Rekordauftragsbestand.

- Übernahme von MARSS Group abgeschlossen
- Auftragsbuch auf 726 Mio. AUD gestiegen
- Starke Nachfrage aus dem Nahen Osten
- Aktie legt nach Bekanntgabe um 11,6% zu
Der australische Rüstungskonzern Electro Optic Systems hat die Übernahme von MARSS Group abgeschlossen. Das Unternehmen aus Europa liefert KI-gesteuerte Kommando- und Kontrollsysteme zur Drohnenabwehr. Aus einem Einzelkomponenten-Lieferanten wird so ein Komplettanbieter für integrierte Abwehrlösungen.
Auftragsbuch auf Rekordniveau
Die Technologie von MARSS eröffnet EOS neue Märkte: Heimatschutz, kritische Infrastruktur, Objektschutz. Das zusammengelegte Auftragsbuch liegt nun bei umgerechnet rund 726 Millionen australischen Dollar. Das Management rechnet damit, dass 60 bis 80 Prozent dieser Bestellungen noch 2026 und im Laufe von 2027 in Umsatz umgewandelt werden.
Besonders stark ist die Nachfrage aus dem Nahen Osten. Das Auftragslimit für MARSS-Verträge wurde von 500 auf 700 Millionen Euro angehoben. Das NiDAR-System von MARSS ist bereits auf über 60 kritischen Infrastrukturanlagen in der Region im Einsatz – und hat sich gegen Drohnen, Raketen und Geschosse bewährt.
Kapitalerhöhung abgeschlossen
Zur Finanzierung der Akquisition hat EOS ein milliardenschweres Paket geschnürt. Eine vollständig unterlegte institutionelle Platzierung brachte 150 Millionen australische Dollar. Hinzu kamen 40 Millionen Dollar durch eine strategische Platzierung, an der sich der Abu-Dhabi-Investor Calidus beteiligte. Ein weiteres Aktienkaufprogramm für bestehende Aktionäre soll zusätzlich 25 Millionen Dollar einbringen – zu einem Preis von 8,00 australischen Dollar je Aktie.
Das frische Geld stärkt die Bilanz. EOS will damit in neue Verteidigungs- und Weltraumtechnologien investieren.
Strategischer Wandel
Die Übernahme ist kein Zufallskauf. EOS verbindet seine kinetischen und laserbasierten Waffensysteme mit der MARSS-Steuerungsplattform. Das Ergebnis: ein gestaffelter Schutzschild gegen Drohnen, offen für Sensoren und Effektoren von Drittanbietern.
Neu im Aufsichtsrat sind zwei hochrangige Ex-Militärs: Air Vice-Marshal Catherine Roberts und Major General Kathryn Toohey. Sie sollen ab Juni für mehr Führungserfahrung sorgen.
Die Börse reagierte mit einem Kurssprung. Die EOS-Aktie stieg am Freitag um rund 11,6 Prozent auf 6,65 Euro. Der Rückenwind kommt von der klaren strategischen Botschaft: EOS will sich zum Systemführer für Drohnenabwehr entwickeln – nicht nur ein Zulieferer bleiben.
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