EOS: 726 Millionen Auftragsbestand treibt Expansion
Rüstungskonzern EOS investiert Millionen in neues Zentrum in Nizza und plant 150 neue Stellen für KI-Systeme.

- Neues Europa-Zentrum in Nizza
- 150 neue Jobs in drei Jahren
- Auftragsbestand von 726 Mio. AUD
- Aktie trotz guter Zahlen schwach
Der australische Rüstungskonzern Electro Optic Systems legt eine massive Offensive in Europa hin. Mehr als zehn Millionen Euro investiert EOS in ein neues Zentrum in Nizza. Die Anlage wird zum Hauptsitz von MARSS, das EOS nach einer Übernahme in sein Drohnenabwehr-Geschäft eingegliedert hat.
Der Standort soll sich auf KI-gesteuerte Führungs- und Kontrollsysteme konzentrieren. 150 neue Arbeitsplätze sind in den nächsten drei Jahren geplant — vor allem in der Softwareentwicklung und im Engineering.
EOS prüft zudem, ob sich der Standort für die Produktion von Hochenergie-Lasern und Weltraumsystemen eignet.
Auftragsbücher voll, Kurs unter Druck
Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentiert EOS sein komplettes Drohnenabwehr-Portfolio. Die Kombination aus MARSS‘ Sensorplattform NiDAR und den eigenen Effektoren — etwa fernbedienbaren Waffenstationen und Lasertechnik — soll einen Komplettanbieter schaffen.
MARSS hat im Mai 2026 Aufträge im Wert von rund 102 Millionen Euro an Land gezogen. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns liegt bei 726 Millionen Australischen Dollar. EOS rechnet damit, 60 bis 80 Prozent davon in den Jahren 2026 und 2027 als Umsatz zu verbuchen.
Hinzu kommt ein neuer Auftrag von L3Harris in den USA. Fünf Millionen US-Dollar wert, geht es um die Integration von Drohnenabwehrsystemen. Produziert wird in Australien, geliefert noch 2026.
Die eigene Prognose für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 240 bis 270 Millionen Australischen Dollar Umsatz — ein deutlicher Sprung nach oben.
Trotz dieser Zahlen läuft die Aktie schwach. Seit vergangener Woche verlor das Papier gut 13 Prozent. Der Schlusskurs lag am Montag bei 5,50 Euro. Der RSI von 42,4 deutet auf eine leichte Unterkühlung hin.
Rüstungsaktien leiden derzeit unter geopolitischen Verunsicherungen. Anleger wägen Wachstumssignale gegen konjunkturelle Risiken ab.
EOS ist parallel in Gesprächen mit deutschen Behörden. Eine erste Auslieferung eines 100-Kilowatt-Lasers an die Niederlande läuft bereits. Die Volatilität der Aktie bleibt mit annualisiert 76 Prozent hoch. Wer hier einsteigt, braucht einen langen Atem.
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