Equinor Aktie: 14 Milliarden für Bay du Nord
Equinor sichert sich BP-Anteil an kanadischem Tiefwasserprojekt und bucht Bohrinseln für die Nordsee. Quartalsgewinn steigt dank hoher Ölpreise deutlich.

- Vollständige Übernahme von Bay du Nord
- Bohrinsel-Vertrag mit Transocean geschlossen
- Nettogewinn im Q2 mehr als verdreifacht
- Aktienrückkauf und Dividende bestätigt
Der norwegische Energiekonzern Equinor baut seine Position im Bereich der Tiefwasserförderung massiv aus. Wie heute bekannt wurde, übernimmt das Unternehmen die vollständige Kontrolle über das Projekt Bay du Nord in Kanada. Equinor einigte sich mit dem britischen Konzern BP auf den Kauf dessen gesamten Anteils an der Erschließung vor der Küste Neufundlands. Das Offshore-Projekt wird mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Milliarden US-Dollar bewertet.
Strategische Kapazitäten für die norwegische Nordsee
Parallel zum Ausbau in Nordamerika sicherte sich der Konzern wichtige Infrastruktur für den heimischen Markt. Gestern wurde eine bedingte Vereinbarung mit dem Bohrdienstleister Transocean bekannt. Der Vertrag hat ein Volumen von etwa 1,0 Milliarde US-Dollar und umfasst den Einsatz von drei spezialisierten Halbtaucher-Bohrinseln. Die Einheiten Transocean Enabler, Transocean Encourage und Transocean Endurance sollen künftig auf dem norwegischen Festlandsockel zum Einsatz kommen.
Die operative Dynamik wird durch eine robuste Finanzlage gestützt. Im zweiten Quartal verzeichnete Equinor einen bereinigten Betriebsgewinn von 11,48 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg auf 4,84 Milliarden US-Dollar an, nachdem er im Vorjahresquartal noch bei 1,32 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Maßgeblich für diesen Anstieg war der realisierte Preis für Brent-Öl, der im Berichtszeitraum durchschnittlich 104,5 US-Dollar pro Barrel erreichte.
Investitionen in Angola und Eigentumsanpassungen
Neben den Großprojekten in Nordamerika und Norwegen treibt Equinor auch internationale Vorhaben voran. Am 21. Juli traf das Unternehmen die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt Greater PAJ in Angola. Gleichzeitig wurden die Eigentumsverhältnisse auf dem norwegischen Festlandsockel strategisch angepasst, um die Entwicklung des Feldes Ringvei Vest zu beschleunigen.
Die Kapitalrückführung an die Aktionäre bleibt ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie. Am Dienstag meldete der Konzern den Rückkauf von 660.000 eigenen Aktien im Zeitraum zwischen dem 27. Juli und dem 31. Juli. Diese Transaktionen sind Teil der dritten Tranche des Rückkaufprogramms für das laufende Jahr. Das Programm umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 1,125 Milliarden US-Dollar und soll bis zum 26. Oktober abgeschlossen sein.
Dividenden und Analysteneinschätzungen
Zudem bestätigte der Verwaltungsrat eine Bardividende von 0,39 US-Dollar je Aktie für das zweite Quartal. Für Anleger stehen kurzfristig weitere Termine an: Die Ex-Dividende-Tage für das erste Quartal fallen an der Börse in Oslo auf den kommenden Donnerstag und an der New York Stock Exchange auf Freitag nächster Woche. Medienberichten zufolge wurden zudem die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2026 nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen um 17 Prozent nach oben korrigiert.
Analysten bewerten die operative Entwicklung und die hohe Cashflow-Generierung positiv. Die Investmentbank Berenberg hob am 23. Juli ihr Kursziel für Equinor von 320,00 auf 335,00 norwegische Kronen an, behielt jedoch die Einstufung auf „Hold“ bei.
An der Börse spiegelt sich die Verfassung des Unternehmens deutlich wider. Die Equinor-Aktie notiert aktuell bei 33,64 € und verzeichnete heute einen Zuwachs von 1,33 %. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für Investoren damit bereits auf 68,41 %.
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