Equinor Aktie: 17,4 Prozent an Namibias PEL 90

Equinor steigt erstmals seit 2017 in ein neues Explorationsland ein und investiert parallel 940 Millionen Dollar in ein US-Gaskraftwerk.

Die Kernpunkte:
  • Erster Upstream-Einstieg in Namibia
  • Bohrung Nabba-1X noch dieses Jahr
  • Milliardeninvestment in US-Kraftwerk
  • Aktie seit Jahresbeginn um 81% gestiegen

Der norwegische Energiekonzern Equinor erweitert seine globale Präsenz und steigt erstmals in die Suche nach fossilen Rohstoffen in Namibia ein. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat das Unternehmen einen Anteil von 17,4 Prozent an der Explorationslizenz PEL 90 im strategisch wichtigen Orange Basin erworben. Es handelt sich dabei um den ersten Upstream-Einstieg des Konzerns in ein neues Land seit dem Jahr 2017, als Equinor seine Aktivitäten in Argentinien startete.

Strategische Positionierung im Orange Basin

Die Anteile übernimmt Equinor von Harmattan Energy, einer Tochtergesellschaft des US-Ölriesen Chevron. Nach Abschluss der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, wird Chevron weiterhin als Betriebsführer fungieren, allerdings mit einem reduzierten Anteil von 35,1 Prozent. Weitere Partner in dem Konsortium sind QatarEnergy mit 27,5 Prozent sowie die Trago Energy und die staatliche namibische Ölgesellschaft NAMCOR mit jeweils 10 Prozent.

Die Lizenz PEL 90, auch bekannt als Block 2813B, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu bedeutenden Funden der vergangenen Jahre. Das Areal befindet sich nur etwa 60 Kilometer von den Entdeckungen Venus-1 durch TotalEnergies und Graff durch Shell entfernt. Die Partner planen bereits konkrete Schritte: Noch vor Ende dieses Jahres soll die Bohrung Nabba-1X niedergebracht werden, um das Potenzial des Feldes zu prüfen.

Milliarden-Investition in den US-Strommarkt

Zeitgleich mit dem Schritt nach Afrika treibt Equinor seine Expansion in Nordamerika voran. Das Unternehmen investiert rund 940 Millionen US-Dollar in Vorzugsrechte am Lackawanna Energy Center im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 1.483 Megawatt und soll die bestehende Erdgas-Position des Konzerns im Appalachen-Becken ergänzen.

Ziel dieser Investition ist es, die Erdgasförderung enger mit der Stromerzeugung für den PJM-Energiemarkt zu verzahnen. Branchenexperten erwarten in dieser Region eine signifikant steigende Stromnachfrage, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig stützen dürfte. Damit setzt Equinor seinen Weg fort, die Wertschöpfungskette von der Förderung bis zur Energieerzeugung weiter zu integrieren.

Bewertung und Marktdaten

Trotz der kapitalintensiven Expansion bleibt Equinor bei seiner Politik der Aktionärsbeteiligung. Erst am vergangenen Freitag erwarb das Unternehmen 415.000 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 382,77 Norwegischen Kronen. Diese Transaktion ist Teil des laufenden Aktienprogramms für Mitarbeiter und unterstreicht die finanzielle Stabilität des Konzerns.

An der Börse wird die Wachstumsstrategie derzeit positiv quittiert. Die Aktie notiert am heutigen Mittwoch bei 36,19 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 81 Prozent. Das Papier nähert sich damit wieder seinem 52-Wochen-Hoch von 37,74 Euro an, von dem es aktuell nur rund 4,1 Prozent entfernt ist.

Analysten bewerten die Dividendenfähigkeit angesichts einer moderaten Ausschüttungsquote von 45 Prozent weiterhin als solide, geben jedoch zu bedenken, dass der Titel auf Basis interner Bewertungsmodelle wie dem GF Value von 41,95 US-Dollar derzeit an eine faire Bewertung herangelaufen ist.

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