Equinor Aktie: 30 Terawattstunden Erdgas für Uniper ab 2027

Equinor erweitert Förderung, Lieferverträge und Auslandsportfolio. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 77 Prozent im Plus.

Die Kernpunkte:
  • Troll-Projekt erschließt 55 Milliarden Kubikmeter
  • Langfristiger Gasvertrag mit Uniper
  • Beteiligung an Namibias PEL 90
  • Aktie seit Jahresbeginn 77 Prozent höher

Der norwegische Energiekonzern Equinor baut seine Marktstellung durch eine Kombination aus verstärkter heimischer Förderung und einer gezielten internationalen Wachstumsstrategie massiv aus.

Während das Unternehmen am Montag die Produktion im Troll-West-Reservoir beschleunigte, sichert es gleichzeitig die langfristige Energieversorgung für den europäischen Kontinent ab. Ein neuer Meilenstein in der Kooperation mit Deutschland ist dabei ein 15-Jahres-Vertrag mit dem Energiekonzern Uniper, der ab dem 1. Januar 2027 jährliche Lieferungen von über 30 Terawattstunden Erdgas vorsieht.

Ausbau der Kapazitäten im norwegischen Schelf

Die Inbetriebnahme der zweiten Stufe der dritten Phase des Troll-Feldes markiert einen Fortschritt für Norwegens bedeutendstes Gasvorkommen. Laut Rigzone werden durch dieses Projekt insgesamt 55 Milliarden Standardkubikmeter Gas erschlossen.

Flankiert wird diese Kapazitätserweiterung durch neue Funde: Am Montag meldete Reuters eine Gasentdeckung im Linga-Prospekt nordwestlich des Balder-Feldes, das Equinor gemeinsam mit Aker BP betreibt. Vorläufige Schätzungen gehen von gewinnbaren Mengen zwischen 0,1 und 2,1 Millionen Standardkubikmetern Öläquivalent aus.

Zusätzlich zur Gasstrategie stärkt der Konzern sein Rohölgeschäft. Wie Rigzone berichtet, wurde am Freitag eine Vereinbarung mit dem polnischen Konzern ORLEN über die Lieferung von Rohöl aus dem Johan-Sverdrup-Feld unterzeichnet. Der Vertrag umfasst ein Volumen von jährlich 5 bis über 9 Millionen Tonnen und tritt bereits im September in Kraft.

Strategische Neuausrichtung auf globale Wachstumsmärkte

International richtet Equinor den Blick verstärkt auf neue Förderregionen und den Ausbau des Stromgeschäfts. Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Attraktivität des lange verzögerten LNG-Projekts in Tansania erhöht habe. Laut Reuters sieht der Konzern darin eine wichtige Option für künftiges Wachstum.

Auch in Namibia ist Equinor aktiv geworden und hat sich eine Beteiligung von 17,4 Prozent an der Explorationslizenz PEL 90 gesichert. Es handelt sich um den ersten Einstieg in ein neues Upstream-Land seit dem Jahr 2017, wobei das Management laut Medienberichten Hoffnungen auf einen bedeutenden Ölfand in der Region setzt.

In den USA erweiterte der Konzern zudem sein Portfolio im Bereich der Stromerzeugung. Medienberichten zufolge wurde der Erwerb von 88 Prozent der Class-A-Aktien des Lackawanna Energy Center für 940 Millionen US-Dollar vereinbart. Diese Akquisition unterstreicht das Ziel, die Eigenproduktion außerhalb Norwegens bis zum Jahr 2030 signifikant zu steigern.

Langfristige Projektpipeline und Kapitalrückführung

Die Planungen für die kommenden Jahre nehmen bereits konkrete Formen an. Für die zweite Hälfte des Jahres 2027 sieht das Unternehmen die finale Investitionsentscheidung für das Linnorm-Gasprojekt sowie das Wisting-Ölprojekt vor. CEO Anders Opedal betonte am Montag zudem die Flexibilität der arktischen Ressourcen: Öl und LNG aus der Barentssee könnten weltweit verschifft werden, sollte die Nachfrage innerhalb der EU sinken.

Anleger profitieren heute zudem von der Ausschüttung der Bardividende für das erste Quartal 2026 in Höhe von 3,6882 NOK je Aktie. Parallel dazu setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm fort, um Mitarbeiterbeteiligungen zu unterstützen und überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückzugeben.

Aktuell notiert das Papier bei 35,37 €, was einem leichten Tagesminus von 0,3% entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Konsolidierung blickt der Wert auf eine starke Entwicklung zurück und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 77% auf. Mit einem Abstand von 25% zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage unterstreicht die Aktie ihren langfristigen Aufwärtstrend an den europäischen Märkten.

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