Equinor Aktie: Havtil genehmigt Grane-Bohrung
Neue Daten erhöhen die förderbare Schätzung für Verdandi und Lillefix auf bis zu 15 Millionen Barrel Öläquivalent.

- Ölschätzung steigt auf bis zu 15 Millionen Barrel
- Verdandi und Lillefix: zuvor maximal zwölf Millionen
- Havtil genehmigt Erkundungsbohrung im Grane-Prospekt
- Aktie seit Jahresbeginn 85 Prozent im Plus
Höhere Erwartungen für Verdandi und Lillefix
Ressourcenzuwachs für Equinor in norwegischen Gewässern: Gemeinsam mit den Partnern Aker BP und DNO hat der Energiekonzern die geschätzten Ölvorkommen in der Nordsee nach oben korrigiert. Grundlage dafür sind neue Daten aus einer Bewertungsbohrung rund 200 Kilometer westlich von Stavanger. Die norwegische Offshore-Direktion beziffert die förderbaren Mengen der Felder Verdandi und Lillefix nun auf bis zu 15 Millionen Barrel Öläquivalent.
Zuvor lag die Schätzung noch bei maximal zwölf Millionen Barrel. Nach dem erfolgreichen Test prüfen die beteiligten Unternehmen nun konkrete Erschließungsoptionen. Im Mittelpunkt steht dabei eine Anbindung an das nahegelegene Feld Symra. Dort hält Equinor eine Beteiligung von 30 Prozent.
Ein solcher Zusammenschluss böte handfeste wirtschaftliche Vorteile. Da auf Symra bereits seit April gefördert wird, ließen sich bestehende Förderanlagen gemeinschaftlich nutzen. Dies würde die anfallenden Entwicklungskosten für die neuen Funde spürbar verringern.
Havtil genehmigt neue Bohrung auf Grane
Nahezu zeitgleich erhielt der Konzern behördlichen Rückenwind für seine weiteren Explorationspläne. Die norwegische Sicherheitsbehörde Havtil erteilte am Donnerstag die Genehmigung für eine Erkundungsbohrung auf dem Grane-Prospekt. Die Arbeiten finden in der Lizenz 1042 statt.
Zum Einsatz kommt dabei die Halbtaucherplattform COSL Innovator. Das Bohrgerät war bereits im Spätsommer erfolgreich im Einsatz und stieß im August auf ein neues Gas- und Kondensatvorkommen. Für die anstehende Bohrung ist ein Einsatz in einer Wassertiefe von 124 Metern vorgesehen.
Die fortlaufenden Bohrerfolge unterstreichen Equinors Strategie auf dem heimischen Festlandsockel. Das Unternehmen setzt gezielt auf Vorhaben nahe vorhandener Netze, um Neufunde zügig und kostengünstig anbinden zu können.
Kursverlust zum Wochenschluss bei starkem Gesamtjahr
An den Finanzmärkten sorgten die operativen Fortschritte zuletzt für wenig Bewegung. HSBC-Analyst Kim Fustier bestätigte am Freitag die Einstufung für die Aktie mit „Hold“ und setzte ein Kursziel von 395 norwegischen Kronen an. Am selben Tag gab der Titel im europäischen Handel um 2,8 Prozent auf 37,03 Euro nach.
Trotz dieses Rücksetzers bleibt das Gesamtbild für Anleger freundlich. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 85 Prozent. Belastungen aus dem operativen Alltag blieben derweil begrenzt: Ein Streik von 40 Kantinenbeschäftigten an der Gasanlage Tjeldbergodden beeinträchtigte den Betrieb am Freitag nicht. Laut Equinor-Sprecherin Ellen Maria Skjelsbæk läuft die Produktion normal weiter.
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