Equinor Aktie: Streik am 3. Juli abgewendet
Equinor vermeidet einen Streik auf der Plattform Gullfaks B durch eine Tarifeinigung mit den Gewerkschaften. Die Aktie legt zu.

- Streik auf Gullfaks B abgewendet
- Lohnerhöhung von 5,2 Prozent vereinbart
- Symra-Feld startet Förderung früher
- Equinor-Aktie steigt um 2,16 Prozent
Der norwegische Ölkonzern Equinor kann aufatmen. Nur wenige Stunden vor dem geplanten Ausstand einigten sich die Offshore-Gewerkschaften mit den Arbeitgebern auf einen neuen Tarifvertrag. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 2,16 Prozent auf 27,93 Euro.
Lohnplus verhindert Produktionsausfall
Die Gewerkschaften Styrke, SAFE und DSO akzeptierten einen Schlichterspruch, der eine allgemeine Lohnerhöhung von 5,2 Prozent vorsieht. Hinzu kommen verbesserte Pensionsbeiträge für rund 7.500 Beschäftigte. Eigentlich wollten mehr als 600 Mitglieder ab dem 3. Juli die Arbeit niederlegen.
Die erste Streikwelle hätte direkt Equinors Plattform Gullfaks B getroffen. Sie förderte 2025 täglich rund 22.900 Barrel Öläquivalent. Das sind relevante Mengen für die Nordsee-Produktion des Konzerns.
Ein zweiter Arbeitskonflikt läuft indes weiter. Seit Mitte Juni streiken Beschäftigte von Ölservicefirmen. Die SAFE-Gewerkschaft rief zum Ausstand auf, 1.272 Mitglieder wurden ausgesperrt. Das Tambar-Feld von Aker BP musste bereits schließen. Equinors Betrieb blieb davon bislang weitgehend unberührt.
Symra liefert früher als geplant
Gute Nachrichten gibt es auch aus der Nordsee. Das Symra-Feld nahm die Ölförderung auf — rund neun Monate früher als geplant. Betreiber ist Aker BP, Equinor hält 30 Prozent an dem Projekt.
Symra ist als Unterwasser-Anbindung an die Plattformen Ivar Aasen und Edvard Grieg konstruiert. Die Reserven werden auf etwa 63 Millionen Barrel Öläquivalent geschätzt. Für Equinor bedeutet das sofortige Zusatzproduktion in einer Kernregion.
Technische Probleme auf Gullfaks C
Weniger rund läuft es auf der Plattform Gullfaks C. Equinor beantragte bei der norwegischen Umweltbehörde eine vorübergehende Erhöhung der Emissionsgrenzen. Der Methan-Ausstoß soll von 265 auf 395 Tonnen steigen, die nmVOC-Grenze von 80 auf 150 Tonnen.
Grund sind anhaltende Störungen an der automatischen Fackel-Zündanlage. Equinor rechnet mit einer dauerhaften Reparatur im zweiten Quartal 2027.
Der Aktienkurs liegt mit 27,93 Euro rund 11 Prozent unter der 50-Tage-Linie von 31,44 Euro. Vom März-Hoch bei 37,74 Euro fehlen gut 26 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 34 Prozent in den Büchern — der Streik wäre der jüngste Rückschlag in einem volatilen Jahr gewesen.
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