Equinor: NOK 1,6 Milliarden Scatec-Verkauf
Der norwegische Energiekonzern fokussiert sich stärker auf sein fossiles Kerngeschäft, verkauft Erneuerbaren-Beteiligungen und übertrifft seine Gewinnprognose im Handelssegment.

- Verkauf von Scatec-Aktien bringt 1,6 Milliarden Kronen
- Produktionsziele für Öl und Gas deutlich angehoben
- Handelsgeschäft übertrifft eigene Prognose deutlich
- Strategischer Fokus auf Kapitaldisziplin und Profitabilität
Weniger grüne Ambitionen, mehr Fokus auf das Kerngeschäft. Der norwegische Energiekonzern Equinor richtet sein Portfolio neu aus und trennt sich von einem großen Teil seiner Erneuerbaren-Beteiligungen. Parallel dazu laufen die konventionellen Handelsgeschäfte besser als erwartet. Das Management sendet damit ein klares Signal der Kapitaldisziplin an den Markt.
Kasse machen bei Scatec
Mitte April veräußerte Equinor ein Aktienpaket von gut acht Prozent am Solarunternehmen Scatec. Der Verkaufspreis lag bei 125 Norwegischen Kronen je Anteilsschein. Das spülte dem Konzern rund 1,6 Milliarden Kronen in die Kasse.
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Der Ausstieg ist lukrativ. Equinor war 2018 eingestiegen und hatte seine Position über die Jahre zu einem Durchschnittspreis von etwa 80 Kronen aufgebaut. Für die verbleibende Beteiligung von knapp acht Prozent gilt nun eine 90-tägige Haltefrist. Gemeinsame Solarprojekte in Brasilien bleiben von dem Deal unberührt.
Strategiewechsel treibt Öl- und Gasproduktion
Der Teilrückzug bei Scatec passt zur neuen strategischen Linie. Equinor hat sein Ziel für installierte Erneuerbare-Energien-Kapazitäten bis 2030 gekappt. Auch der Plan, bis zum Ende des Jahrzehnts die Hälfte des Kapitals in grüne Lösungen zu stecken, ist vom Tisch.
Stattdessen rückt die fossile Förderung wieder in den Mittelpunkt. Von 2024 bis 2027 strebt das Unternehmen ein Produktionswachstum von zehn Prozent bei Öl und Gas an. Das Förderziel für 2030 wurde auf 2,2 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag angehoben.
Handelsgeschäft profitiert von Krisen
Im operativen Geschäft zahlt sich diese Ausrichtung derzeit aus. Das Midstream- und Marketing-Segment wird im ersten Quartal die eigene Gewinnprognose von 400 Millionen US-Dollar übertreffen. Das teilte das Unternehmen per Pflichtmitteilung mit.
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten sorgten für erhebliche Preisschwankungen. Hinzu kam ein Kälteeinbruch in den USA im Januar, der dem Gashandel einen kräftigen Schub verlieh.
Derweil schreiten die Investitionen in Großprojekte voran. In Brasilien laufen die Bohrungen für das milliardenschwere Gasprojekt Raia. Die Anlage soll 2028 in Betrieb gehen und zeichnet sich durch vergleichsweise niedrige CO2-Emissionen bei der Förderung aus.
Die genauen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Bilanz präsentiert Equinor am 6. Mai mit den Zahlen zum ersten Quartal. Wenige Tage später, am 12. Mai, folgt die Hauptversammlung in Stavanger. Dort stimmen die Aktionäre elektronisch über die künftige Ausrichtung und geplante Kapitalmaßnahmen ab.
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